Seoul: Proteste gegen Nordkoreas Charmeoffensive

Der Besuch der Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un in Südkorea scheint die diplomatische Eiszeit zwischen den Nachbarstaaten zu beenden.

Im Auftrag ihres Bruders übermittelte Kim Yo Jong dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in überraschend eine Einladung nach Pjöngjang. Es wäre das erst dritte Gipfeltreffen der beiden Koreas.

Das fast dreistündige Treffen, das auch ein Mittagessen einschloss, habe in einer "freundschaftlichen Atmosphäre" stattgefunden, teilte ein Sprecher Moons mit. Kim Eui-kyeom erklärte weiter: "Die Sondergesandte Kim Yo Jong hat einen Brief des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un übergeben, in dem er seinen Wunsch nach einer Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen äußert. Demnach ist Kim Jong Un bereit, Präsident Moon Jae-in in naher Zukunft in Nordkorea zu empfangen. Präsident Moon Jae-in antwortete wörtlich: Lassen Sie uns dafür die nötigen Bedingungen schaffen."

Nur drei Kilometer vom Amtssitz des Präsidenten in Seoul entfernt protestierten mehrere hundert Demonstranten gegen die Annäherung der beiden Nationen.

Nordkorea entsandte zu den Winterspielen in Pyeongchang eigene Athleten, ein Orchester und mehrere Begleitgruppen.

Kim Yo Jong ist das erste Mitglied der seit drei Generationen in Nordkorea herrschenden Kim-Familie, das den Süden der koreanischen Halbinsel besucht.

Kritiker sehen darin den Versuch Kims, einen Keil zwischen Südkorea und seinen Verbündeten USA treiben zu wollen.