Sentix: Griechenland so sicher im Euro wie seit Jahren nicht

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem jüngsten Schulden-Kompromiss mit den Gläubigern ist die Wahrscheinlichkeit eines Euro-Austritts Griechenlands nach Einschätzung von Investoren deutlich gesunken. Bei einer regelmäßigen Umfrage hätten zuletzt nur noch 5,3 Prozent der Investoren angegeben, dass sie binnen eines Jahres mit einem "Grexit" rechnen, teilte das Marktforschungsinstitut Sentix am Dienstag mit. Dies seien knapp drei Prozentpunkte weniger als zuletzt, womit das niedrigste bislang gemessene Niveau seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2012 erreicht sei.

Die Befragung von knapp 1000 Investoren fand vergangene Woche statt - also nach dem jüngst erzielten Kompromiss zwischen der Eurogruppe und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Lösung des griechischen Schuldenstreits. Auch eine am Freitag bekannt gewordene Erhöhung der Kreditwürdigkeit Griechenlands nach Einschätzung der US-Ratingagentur Moody's konnte zumindest zum Teil noch in die Befragung einfließen.

Das gestärkte Vertrauen machte sich unterdessen auch an den Finanzmärkten bemerkbar. Am Montag fiel die Rendite zehnjähriger griechischer Staatspapiere unter 5,4 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit dem Krisenjahr 2009.

Im Anschluss legte der Zins jedoch wieder etwas zu, nachdem ein Brief des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, an einen EU-Parlamentarier öffentlich geworden war. Es gebe weiterhin ernsthafte Bedenken mit Blick auf die Tragfähigkeit der griechischen Staatsschulden, schrieb Draghi. Dies spricht nicht für baldige Notenbankkäufe griechischer Staatsanleihen, worauf man in Athen hofft.

Laut Sentix sehen Investoren nicht nur die Lage in Griechenland entspannter als zuletzt. Auch die Wahrscheinlichkeiten eines Euro-Austritts Italiens beziehungsweise eines Auseinanderbrechens des Währungsraums insgesamt werde geringer eingeschätzt.