Sensornetz der Telekom soll in Hamburg künftig freie Parkplätze melden

Eine Smartphone-App der Deutschen Telekom soll Autofahrer in Hamburg künftig zu freien Parkplätzen lotsen. Der Konzern begann nach eigenen Angaben vom Montag damit, die ersten 100 Sensoren zu verbauen. Bis Ende nächsten Jahres sollen es 11.000 sein

Eine Smartphone-App der Deutschen Telekom soll Autofahrer in Hamburg zu freien Parkplätzen lotsen. Der Konzern begann bereits damit, die ersten 100 Sensoren auf Standflächen im Stadtteil Wandsbek anzubringen. Bis Ende nächsten Jahres sollen in der Hansestadt 11.000 Funksender freie Parkplätze melden, wie die Telekom am Montag mitteilte. Diese werden den Benutzern der App dann angezeigt.

Das neue Angebot ist demnach eine Erweiterung der seit Herbst angebotenen Telekom-App "Park and Joy", mit der Parkgebühren per Mobiltelefon bargeldlos bezahlt werden können. Die App zeigt seit Jahresbeginn bereits mutmaßlich freie Flächen, wobei auf Prognosen zurückgegriffen wird. Mit den Funksendern soll die Qualität der Vorhersagen laut Unternehmen verbessert werden.

Die Informationen aus den Sensoren werden ab Sommer verarbeitet. Später im Jahr soll die neue Technologie, die in Hamburg erstmalig flächendeckend erprobt wird, unter andrem auch in anderen Städten wie Dortmund, Duisburg, Darmstadt und Bonn installiert werden. Dabei kooperiert die Telekom jeweils mit den städtischen Behörden, die den Parkraum bewirtschaften.

Das System besteht nach Angaben der Telekom aus in den Boden eingelassenen Sensoren, die Infrarotstrahlung und Magnetfelder erfassen. Dadurch merken sie, ob über ihnen ein Auto steht. Die Daten übertragen die in den Boden eingelassenen kleinen Module über eine spezielle Erweiterung des Mobilfunkstandards LTE, das sogenannte Narrow-Band Internet-of-Things (NB-IoT).

Diese vergleichsweise neue Technologie ermöglicht es, kleine Datenpakete massenhaft und vergleichsweise billig über das Mobilfunknetz auszutauschen. Die Telekom ist nach eigenen Angaben seit 2016 dabei, ihr Netz entsprechend auszubauen und die dafür notwendige Hardware zu testen. Noch in diesem Jahr soll NB-IoT nach Konzernangaben bundesweit verfügbar sein.

Digitale Dienstleistungen wie die Parkplatz-App nützten den Bürger und der Stadt, erklärte Oliver Bahns, zuständiger Bereichsleiter bei der Telekomtochter T-Systems. Die Suche nach einem Parkplatz dauere durchschnittlich 20 Minuten. "Das verstopft die Straßen und führt zu noch mehr Abgasen in der Innenstadt." Hier solle das neue Angebot für Abhilfe sorgen.

Auch Vertreter der Stadt Hamburg werteten das Angebot als Gewinn. Eine intelligente Verkehrsinfrastruktur werde den Parksuchverkehr minimieren. "Das reduziert Stress und Emissionen", erklärte Innen-Staatsrat Bernd Krösser. Nach Angaben der Hamburger Behörden sind weitere Ausbaustufen geplant, die eine Verknüpfung der Parkplatzsuche mit einer Weiterfahrt mit Bus, Bahn oder Leihfahrrad erlauben.