Sensationsgier: Unfall-Gaffer werden in Berlin immer mehr zum Problem

Gaffer beobachten Rettungsarbeiten nach einem Unfall

Es ist eine Art Public Viewing der widerlichen Art: Nach schweren Verkehrsunfällen dauert es oft nicht lange, bis sich Schaulustige am Ort des Geschehens versammeln und schamlos ihrer Sensationsgier frönen. Gaffen scheint in Berlin immer mehr zum Volkssport zu werden. Jüngstes, drastisches Beispiel: ein Verkehrsunfall an der Ecke Kurfürstendamm und Joachimsthaler Straße am Montagnachmittag mit zwei schwer verletzten 15-jährigen Mädchen.

Die Szenen, die sich am Rande des Unfallorts abspielten, waren beschämend. Schaulustige mussten zum Teil mit Nachdruck von der Polizei vertrieben werden. "Zeigen Sie ein bisschen Respekt!", rief ein Beamter, "da könnten genauso gut ihre Eltern liegen". Die beiden am Boden liegenden Mädchen mussten mit Regenschirmen von den neugierigen Blicken abgeschirmt werden. Gegen einen besonders aufdringlichen Gaffer wurde sogar Pfefferspray eingesetzt, wie die Polizei der Berliner Morgenpost bestätigte.

Gaffer öffneten sogar die Türen des Rettungswagens

Leider kommt diese Form der aufdringlichen Sensationsgier in Berlin immer häufiger vor. Mitte Mai stießen auf der A100 an der Ausfahrt Alboinstraße mehrere Fahrzeuge zusammen. Es gab Verletzte. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Die Autobahn musste zeitweise gesperrt werden. Kurz nach dem Unfall waren schon wieder etwa 100 Gaffer vor Ort, glotzten von einer Brücke auf das Geschehen.

Noch schlimmer wird es, wenn sich Schaulustige nicht auf das Gaffen beschränken, sondern auch noch aktiv die Arbeit d...

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