Seniorin nach Autofahrt in Menschenmenge zu Bewährungsstrafe verurteilt

Justitia (AFP/LOIC VENANCE) (LOIC VENANCE)

Über zwei Jahre nach einem schweren Unfall mit einem Toten und mehreren Verletzten an einer Straßenbahnhaltestelle hat das Essener Landgericht eine 83-Jährige zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die Seniorin wurde am Freitag der fahrlässigen Tötung sowie der fahrlässigen Körperverletzung in sechs Fällen schuldig gesprochen, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Die Frau hatte nach den Feststellungen der Richter am 29. Februar 2020 an einer Bahnhaltestelle rechts einen Wagen überholt und dabei mehrere Menschen angefahren. Die 83-Jährige hatte sich dem Sprecher zufolge in dem Mitte März begonnenen Prozess nicht zu dem Vorfall geäußert. Sie habe nur angegeben, sich nicht erinnern zu können.

Die Richter ordneten neben der Bewährungsstrafe den Entzug der Fahrerlaubnis an und verhängten eine zweijährige Sperre. Sie kamen mit dem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft in voller Höhe nach. Ein Verteidiger hatte einen Freispruch gefordert, ein anderen keinen konkreten Antrag gestellt.

Laut Anklage war die damals 81-Jährige mit ihrem Wagen in Richtung Essener Innenstadt unterwegs. Als vor ihr ein Auto wegen einer haltenden Straßenbahn und wegen der querenden Passanten anhielt, habe sie rechts überholt. Dabei sei sie mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 65 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen und zum Teil über den Bürgersteig gefahren.

Dabei kollidierte die Rentnerin mit neun Menschen. Ein 66-Jähriger erlitt schwere Verletzungen und starb mehrere Wochen später an Multiorganversagen. Ein 13-Jähriger erlitt eine offene Schädelfraktur und musste notoperiert werden. Ein 14-Jähriger trug eine Hirnblutung davon und schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Eine 19-Jährige erlitt einen Hüftbruch. Fünf weitere Menschen erlitten Brüche und andere Verletzungen. Die Angeklagte sei erst hinter der Kreuzung zum Stehen gekommen.

awe/pw

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