Schippers verteidigt 200-Meter Titel im Krimi

Dafne Schippers jubelt nach ihrem Titel über 200 Meter

Europarekordlerin Dafne Schippers (Niederlande) hat bei der Leichtathletik-WM in London ihren Titel über 200 m erfolgreich verteidigt.

Die 25-Jährige setzte sich in einem packenden Finale nach 22,05 Sekunden knapp gegen Marie-Josée Ta Lou (22,08/Elfenbeinküste) durch, die schon über 100 m Silber gewonnen hatte. Bronze sicherte sich 400-m-Olympiasiegerin Shaunae Miller-Uibo (22,15/Bahamas).

Rebekka Haase war im Halbfinale ausgeschieden. Als bisher letzte deutsche Sprinterin hatte Andrea Philipp 1999 ein WM-Finale über 200 m erreicht, in Sevilla gewann sie damals sogar Bronze.

Die Amerikanerin Tori Bowie, die am Sonntag über 100 m Gold geholt hatte, verzichtete auf einen Start über die doppelte Distanz. Bei ihrem spektakulären Zielsturz zum Titel hatte sie sich verletzt und erholt sich seitdem für die Staffel.

Semenya im Schongang weiter

Die zweimalige Olympiasiegerin Caster Semenya aus Südafrika hat im Schongang das Finale über 800 m erreicht. Die Weltmeisterin von Berlin 2009, die vor zwei Jahren in Peking bereits im Halbfinale gescheitert war, gewann ihr Halbfinale in 1:58,90 Minuten und ist im Endlauf die große Favoritin.

Die deutsche Meisterin Christina Hering schied hingegen wie vor zwei Jahren in Peking im Halbfinale aus, nach 2:02,69 Minuten kam die Münchnerin auf Rang sieben in ihrem Halbfinale. "Ich bin trotzdem zufrieden. Ich habe auf der Zielgeraden gemerkt, dass noch mehr möglich gewesen wäre. Es hat Lust auf Mehr gemacht", sagte Hering.

Titelverteidigerin raus

Die Olympiazweite Francine Niyonsaba (2:01,11/Burundi) und Kenias Olympiadritte Margaret Wambui (2:01,19) gaben sich im Lauf von Hering keine Blöße. Die formschwache Titelverteidigerin Maryna Arsamassawa (Weißrussland) war bereits im Vorlauf ausgeschieden. Die Kenianerin Eunice Sum, Weltmeisterin von 2013, war zu ihrem Vorlauf nicht angetreten.

Semenya, die mit 1:55,27 Minuten die schnellste Läuferin der Welt in diesem Jahr über die zwei Stadionrunden ist, hatte am Montag Bronze über 1500 m gewonnen. Die hyperandrogene Läuferin steht im Mittelpunkt einer Debatte um Testosteron-Werte, die ihr laut eines Gutachten Vorteile gegenüber ihren Konkurrentinnen bringen. 

Pole macht WM-Triple perfekt

Hammerwerfer Pawel Fajdek hat sein WM-Triple perfekt gemacht. Der Pole setzte sich mit 79,81 m durch und gewann sein drittes Gold in Serie. Silber sicherte sich als neutraler Athlet Waleri Pronkin aus Russland (78,16), Dritter wurde Wojciech Nowicki (78,03).

Fajdek, der im Vorjahr bei den Olympischen Spielen als Topfavorit Favorit bereits in der Qualifikation gescheitert war, hatte auch in London mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen und lag nach dem zweiten Versuch nur auf Platz sieben. Ein deutscher Werfer war in London nicht am Start.

Salman-Rath verpasst Endkampf

Die deutsche Weitsprung-Meisterin Claudia Salman-Rath hat im Finale um Haaresbreite den Endkampf der besten Acht verpasst und ist Zehnte geworden.

Die 31-Jährige kam in ihrem dritten und letzten Versuch auf 6,54 m, sie hätte für Platz acht allerdings zwei Zentimeter weiter springen müssen. Bitter für Salman-Rath: Sie verschenkte in ihrem letzten Durchgang beim Absprung 8,7 Zentimeter.

Im Weitsprung des Siebenkampfes, als sie beim Silber von Klubkollegin Carolin Schäfer Achte geworden war, hatte Salman-Rath am Sonntag 6,55 m erzielt, das hätte allerdings bei den Spezialistinnen auch nicht für drei weitere Versuche gereicht. "Der Siebenkampf hat ihr noch in den Beinen gesteckt, die waren heute morgen. Dennoch war es ein guter Wettkampf" sagte ihr Trainer Ulrich Knapp in der ARD.

Deutsche über 1500 Meter chancenlos

Die deutschen 1500-m-Läufer Homiyu Tesfaye und Timo Benitz haben das Finale klar verpasst. Tesfaye, der WM-Fünfte von Moskau 2013, wurde in seinem Rennen in 3:39,72 Minuten nur Zehnter. Der deutsche Meister Benitz hatte mit seinen 3:44,38 Minuten als Elfter seines Halbfinales keine Chance.

"Die Oberschenkel wollten nicht. Ich weiß nicht, was los war", sagte ein völlig gefrusteter Benitz bei der ARD: "Die Batterie war alle. Das ist enttäuschend." Ähnlich hörte sich Tesfaye an: "Meine Beine sind richtig fest geworden, es war richtig schwer für mich. Meine Form war eigentlich ganz gut, schade."

Der Kenianer Asbel Kiprop, der über die 1500 m zum vierten Mal in Serie Weltmeister und damit die Bestmarke von Hicham El Guerrouj (Marokko/1993 bis 1999) einstellen kann, zeigte eine souveräne Vorstellung (3:40,14). Er wird im Kampf um Gold von seinem Landsmann und Jahres-Weltbesten Elijah Managoi (3:40,10) gefordert.

Olympiasieger Matthew Centrowitz (USA) war im Vorlauf nach gesundheitlichen Problemen ausgeschieden.