Ein seltsames Verhalten von Alice Weidel beim ARD-„Fünfkampf“ erinnerte an Trump

Marcel Bohnensteffen
Alice Weidel beim Fünfkampf

Es brauchte eine einzige Frage und Alice Weidel war entlarvt. Rhetorisch entlarvt. Wie die AfD denn beim Thema Breitbandausbau aufgestellt sei, wollte Moderatorin Sonia Mikich am Montagabend beim politischen „Fünfkampf“ in der ARD wissen. Konkret fragte sie die Spitzenkandidatin: „Bei Twitter und Facebook ist ihre Partei stark. Können Sie auch Glasfaser?“

In diesem Moment wähnte sich Weidel bereits im Bundestag. Anstatt frei und natürlich zu antworten, wie man es eben tut in einer TV-Sendung wie dem „Fünfkampf“, setzte Weidel an zu einer Rede im Plenarsaal. „Das sagen wir auch ganz deutlich: Das Glasfaser-Netz in Deutschland muss ausgebaut werden. Es ist viel zu langsam, da sind wir Schlusslicht (…) Da müssen wir auf jeden Fall aufholen, da ist noch viel Luft nach oben.“ Das „o“ von „oben“ zog sie so lang, als müsse sie Zuhörer unter der Glaskuppel des Reichstags von ihren Worten überzeugen.

Weidel sprach nicht zum Deutschen Bundestag

Das Problem: Weidel sprach nicht zu Abgeordneten im Parlament. Sie stand in einem TV-Studio an ihrem Rednerpult — keine Zuschauer, nur sie, die Moderatoren und die anderen Vertreter von FDP, CSU, Grünen und Die Linke. Eine Konstellation, die eigentlich auf Kontroversen und verbale Spitzen ausgerichtet war. Doch Weidel vermisste wohl zuallererst ihren Teleprompter, von dem sie ihre Redepassagen hätte ablesen können.

Ihr seltsames rhetorisches Verhalten erinnerte an mehreren Stellen an die Auftritte von US-Präsident Donald Trump. Nicht nur, dass sich beide ideologisch nahestehen. Trump wird hin und wieder vorgeworfen, seine öffentlichen Ansprachen abzulesen.

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