Selenskyj spricht bei G20-Gipfel über Plan für Kriegsende

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat per Video beim G20-Gipfel auf der indonesischen Insel Bali einen Plan für ein mögliches Ende des russischen Krieges aufgezeigt. Selenskyj nannte in seiner Rede zehn Bedingungen für ein Kriegsende, nötig seien dafür unter anderem der Abzug der russischen Truppen und eine Wiederherstellung der territorialen Unversehrtheit der Ukraine.

"Wir werden Russland nicht die Möglichkeit geben, seine Kräfte wieder aufzubauen und eine neue Welle des Terrors zu entfesseln. Ich bin sicher, dass wir diesen zerstörerischen Krieg Russlands sofort beenden müssen und können", so Selenskyj.

Einmal mehr kritisierte Selenskyj die gezielte Zerstörung der Energieinfrastruktur der Ukraine. Russland versuche, "Kälte als Waffe gegen Millionen von Menschen" einzusetzen.

Er warf Moskau vor, mehr als 430 Kinder in dem Krieg getötet und mindestens 11 000 Minderjährige nach Russland verschleppt zu haben. Die Mädchen und Jungen seien von ihren Eltern getrennt worden.

Er kritisierte auch das Internationale Komitee des Roten Kreuzes: "Wir haben keine Unterstützung des Roten Kreuzes erhalten. Sie tun nicht genug dafür, Zugang zu den Gefangenenlagern zu bekommen, in denen ukrainische Kriegsgefangene festgehalten werden und sie helfen nicht bei der Suche nach deportierten Ukrainern. Damit vernichtet sich das Rote Kreuz als Organisation, die einst von uns respektiert wurde, selber."

Für Russland nahm als Vertretung für Kremlchef Wladimir Putin Außenminister Sergej Lawrow an dem Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer teil.

Er kam zwar nicht zu dem offiziellen Mittagessen der Staats- und Regierungschefs, hielt dann aber bei der zweiten Arbeitssitzung des Gipfels eine Rede. Nach Informationen russischer Staatsmedien wollte der Minister bereits am Abend noch vor Ende des Gipfels wieder nach Russland zurückreisen.

Der 72-Jährige hatte am Morgen auch die Videoansprache des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angehört. Der Entwurf einer Gipfelerklärung, die auch Moskau mittragen will, enthält eine Verurteilung des Krieges gegen die Ukraine.