Selenskyj setzt diplomatische Bemühungen um Energieversorgung fort

KIEW (dpa-AFX) -Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine diplomatischen Bemühungen um eine Lösung für die schwierige Energieversorgung fortgesetzt. In seiner täglichen Videoansprache informierte er am Dienstag über sein Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und über den Kiew-Besuch mit der EU-Kommissarin für Energie, Kadri Simson. Im Mittelpunkt der Gespräche stand dabei vor allem die Sorge um die Energieversorgung in der Ukraine angesichts der fortgesetzten russischen Angriffe gegen die Energie-Infrastruktur des Landes. "Wir werden alles tun, um die Menschen in diesem Winter mit Strom und Wärme zu versorgen", sagte der ukrainische Staatschef.

Mit Macron sprach Selenskyj über einen stärkeren Schutz gegen russische Raketen- und Drohnenangriffe. "Es muss einen Luftschutz für die Ukraine geben - das wurde heute klar gesagt", betonte der ukrainische Präsident, ohne dazu nähere Angaben zu machen.

Daneben seien zwei Veranstaltungen vereinbart worden. "Die erste findet im Dezember in Frankreich statt: alle Herausforderungen des Winters objektiv zu betrachten, von Energie bis Finanzen, von Waffen bis zur Verteidigung des Himmels", sagte das ukrainische Staatsoberhaupt. "Und die zweite Veranstaltung besteht darin, Aufträge aus Frankreich zu sammeln und der Ukraine zu helfen."

Mit Simson erörterte der ukrainische Präsident Wege zur Unterstützung Kiews durch die EU bei der Wiederherstellung der zerstörten Anlagen des Energienetzes. "Finanzmittel, technische Unterstützung, Transformatoren, Generatoren, Energieträger - das sind Dinge, die für unsere Verteidigung lebensnotwendig sind", sagte Selenskyj. Bei seinem Treffen mit Simson in Kiew hatte er wiederholt, dass rund 40 Prozent des ukrainischen Energie-Netzes "schwer beschädigt" seien.