Selbstmordanschlag der Taliban auf Nato-Konvoi in Afghanistan

Bei einem Selbstmordanschlag der Taliban auf einen Nato-Konvoi in Afghanistan hat es Tote oder Verletzte gegeben. Die Nato sprach am Mittwoch nach der Attacke in Daman in der südlichen Provinz Kandahar von "Opfern"

Bei einem Selbstmordanschlag der Taliban auf einen Nato-Konvoi in Afghanistan hat es Tote oder Verletzte gegeben. Die Nato sprach am Mittwoch nach der Attacke in Daman in der südlichen Provinz Kandahar von "Opfern", nannte aber keine Details. Ein Augenzeuge berichtete von drei Toten. Im Westen des Landes wurden zudem Proteste von Schiiten wegen des Anschlags auf eine Moschee vom Dienstag erwartet, bei dem mindestens 30 Menschen getötet worden waren.

Bei dem Anschlag nahe des Flughafens von Kandahar fuhr ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in den Konvoi ausländischer Soldaten, wie die Polizei mitteilte. Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, drei Tote seien aus einem der drei gepanzerten Nato-Fahrzeuge geborgen worden. Die Opfer seien mit Hubschraubern weggebracht worden.

Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban, die auch den Mohnanbau in der Region an der Grenze zu Pakistan kontrollieren. Der Nato-Einsatz in Kandahar wird von den USA geleitet. Deutsche Soldaten sind dort nicht stationiert.

Die Sicherheitslage am Hindukusch ist derzeit höchst angespannt. Am Dienstag hatten zwei Attentäter in Herat im Westen des Landes eine schiitische Moschee angegriffen und mindestens 30 Gläubige getötet und 64 weitere verletzt, darunter mehrere Kinder. Zu einem Anschlag auf die irakische Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul am Montag hatte sich wiederum die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

Wegen des Anschlags auf die Moschee in Herat haben Angehörige der schiitischen Minderheit zu Protesten aufgerufen. "Wir werden die Toten heute Nachmittag begraben und dann werden wir auf die Straße gehen und Gerechtigkeit verlangen", sagte Farhad Dost, der bei dem Anschlag in Herat einen Angehörigen verlor.

Die Wut der Schiiten, die mit rund drei Millionen Angehörigen im mehrheitlich sunnitischen Afghanistan eine Minderheit stellen, richtet sich auch gegen die Behörden. Angehörige warfen der Polizei vor, die Angreifer nicht gestoppt zu haben. Wer für den Anschlag in Herat verantwortlich ist, ist noch nicht bekannt.

Die Nato hatte Ende Juni die Aufstockung ihrer Truppen in Afghanistan um mehrere tausend Soldaten bekanntgegeben. Ziel ist es nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, die Taliban an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Im Rahmen der Operation "Resolute Support" (entschiedene Unterstützung) bildet die Nato afghanische Sicherheitskräfte aus. Damit soll das Land möglichst unabhängig von ausländischen Sicherheitskräften werden.