Selbstlose Mutter rettet Obdachlosen vor Eiseskälte und sammelt Spenden

Obdachlosen droht im Winter der Erfrierungstod. (Bild: Getty Images)

Als ihr Sohn von einem obdachlosen Freund erzählt, zögert eine dreifache Mutter nicht lange. Sie gibt dem Mann bei eisigen Temperaturen ein Zuhause und startet eine Spendenkampagne.

Wer im Winter ein Dach über dem Kopf hat, kann sich glücklich schätzen. Das wurde auch der Britin Natalie Hawkins vor einigen Wochen klar. Als einer ihrer Söhne der dreifachen Mutter von einem Bekannten erzählte, der obdachlos war, zögerte sie nicht lange: “Ich sagte: ‘Was? Ruf ihn an, er kann hierherkommen.'”, erinnert sie sich im Gespräch mit der Nachrichtenseite “Wales Online”. Eine Stunde später saß der 24 Jahre alte Keiran Kilday in ihrer Küche und durfte sich mit Tee und Spaghetti stärken.

“Ich merkte, wie nervös er war. Er sah grau, verfroren aus und hatte sich komplett in sich zurückgezogen”, berichtet die Frau aus Ely im Osten Englands. Die hilfsbereite Mutter hatte durchaus ihre Bedenken. “Wird er auf Drogen sein, wird er sich als Alkoholiker entpuppen, all diese furchtbaren Vorurteile”, erläutert sie ihre Gedanken im Interview. Zum Glück hörte sie auf ihr Bauchgefühl: “Ich wusste, dass er nicht so war. Ich wusste es einfach.” Sie wollte den Freund ihres Sohnes nicht einfach ziehen lassen. Der junge Mann lebt nun seit über einem Monat bei der Familie und hat jetzt die Chance auf einen Neuanfang – dank eines Spendenaufrufs.

Natalie startete mit Freunden eine Crowdfunding-Kampagne für Keiran. Eigentlich sollte nur etwas Geld für Kleidung zusammenkommen, doch mehr als 140 Menschen spendeten binnen vier Wochen über 2.000 Pfund (ca. 2.240 Euro). Das Geld soll bei einem Neustart mit eigener Wohnung helfen.

Der Startschuss für ein besseres Leben?

Keiran hat nun auch eine Facebook-Seite, über die er als Musiker für Auftritte gebucht werden kann.
Der junge Mann war dem Bericht zufolge obdachlos geworden, nachdem seine Mutter wegen eines Jobangebots nach Irland gezogen war. Zuletzt übernachtete Keiran in einem ausrangierten Eisenbahnwaggon. Eigentlich sollte das Leben auf der Straße nur eine Übergangslösung sein. “Aber als ich erst einmal da war, war es einfach so schwer, den Absprung zu schaffen”, so Keiran. Nach kurzer Zeit sei er derart deprimiert gewesen, dass er nicht mehr habe aufstehen wollen.

Die Unterstützung hat für Keiran nicht nur in finanzieller Hinsicht enorme Bedeutung. Er habe gedacht, dass er sich für sein Leben als Obdachloser schämen müsse. Aber ich habe festgestellt, dass dem nicht so ist.”