Selbstfahrende Autos: Technik wird von Menschen gemacht und ist nie neutral

Die Debatte über selbstfahrende Autos zeigt: Der Mensch muss gestalten. Maschinen können nicht ausreichend genug selber entscheiden.

Berlin.  Menschen tendieren dazu, technische Gegenstände als neutrale Dinge zu betrachten. Über ihre Verwendung bestimmt der Benutzer. Das Messer kann Brot schneiden und töten. Ob es zur Essenszubereitung oder zum Mord verwendet wird, entscheidet der Mensch, der es in der Hand hält. Das Messer ist immer nur ein Stück Metall.

Mit selbstfahrenden Autos ist die Sache nicht ganz so einfach. Das Kernstück dieser Fahrzeuge ist ein Computer, der dem Menschen Entscheidungen abnimmt. Es werden dadurch sicher weniger Unfälle passieren, weniger Menschen im Straßenverkehr sterben. Es wird aber natürlich trotzdem weiter Unfälle geben.

Die Technik muss wissen, welche Variante sie durchführen soll

Ein Computer kann auch in einer Unfallsituation noch bis zum letzten Sekundenbruchteil verschiedene Kollisionsvarianten gegeneinander abwägen. Nur, welche Variante soll die Technik wählen? Ein Gedankenexperiment verdeutlicht das Problem: Man stelle sich eine vierköpfige Familie in ihrem autonomen Fahrzeug vor, das auf einer einspurigen Straße fährt, die rechts und links von Mauern begrenzt ist. Plötzlich laufen vor dem Auto drei Fußgänger bei Rot über die Straße. Nur wenn die Steuerung das Auto gegen eine Mauer krachen lässt, könnte der Tod der Fußgänger vermieden werden. Doch dieses Manöver wäre für die Insassen lebensbedrohlich.

Ist ein Zusammenprall unvermeidbar, gerät die moderne Technik mit ihren Möglichkeiten der Vorausberechnung in ein Entscheidungsdilemma – der Informatik als Weichensteller-Problem bek...

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