Selbstfahrende Autos scheitern an einem Tier

Die Software ist ausgereift, doch mit einem speziellen Tier kommt sie gar nicht zurecht. (Bild: dpa)

Geht es nach Google und den Autokonzernen, gehören selbstfahrende Auto schon bald zum Straßenbild. In einem Land allerdings stoßen die Hersteller auf ein besonderes Problem, genauer gesagt, auf rund 60 Millionen Probleme!

Sie sind süß, sie sind frech – und sie treiben die Software-Entwickler von Volvo in die Verzweiflung: Kängurus! In Tests konnte das „Large Animal Detection System“ zwar größere Tiere wie Elche, Rehe oder Hirsche problemlos erkennen – Kängurus aber sind in Schweden bekanntlich rar. Und so haben die Tester erst in Australien gemerkt, dass Kängurus ein Bewegungsmuster aufweisen, das die Bordcomputer komplett überfordert.

Die vielfältigen Bewegungen des Kängurus treiben Software-Entwickler in den Wahnsinn. (Bild: dpa)

David Pickett, Volvos Technik-Manager in Australien, erklärte das so: „Wenn ein Känguru mitten in der Luft ist, sieht es aus, als sei es weiter entfernt, wenn es am Boden aufkommt, erscheint es näher.“ Mal meldete der Computer ein Flugwesen, mal ein Bodentier.

Der Bordcomputer orientiert sich am Gang

Der Gang ist bei der Identifizierung von Lebewesen ganz entscheidend, denn die Körperformen können auch innerhalb einer Spezies sehr unterschiedlich sein. Pickett: „Da hast du kleine Leute, große Leute, Leute, die Mäntel tragen. Bei Kängurus gilt das ebenfalls.“ Denn ein am Straßenrand sitzendes Känguru sieht natürlich ganz anders aus als eines, das steht oder durch die Gegend hopst. Um dem Problem Herr zu werden, wollen die Autobauer im Tidbinbilla Naturreservat in Canberra die Bewegungsmuster der australischen Nationaltiere genau erforschen und die Software darauf abstimmen.

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In Australien sind Unfälle mit Kängurus an der Tagesordnung, pro Jahr kommt es zu mehr als 20.000 Kollisionen. Daneben birgt der Kontinent für autonome Fahrzeuge auch noch andere Tücken: riesige LKWs zum Beispiel, die locker länger als 50 Meter sein können, schlechte Straßenmarkierungen und schwergängiges Gelände. Trotzdem hält Volvo daran fest, bis 2021 selbstfahrende Autos auf den Markt zu bringen, die mit diesen Widrigkeiten umgehen können.