Seit Jahresbeginn bereits 100 Polizisten im Bundesstaat Rio de Janeiro getötet

Polizisten in Rio de Janeiro

Im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro sind seit Jahresbeginn bereits 100 Polizisten getötet worden. Am Samstag starb ein Polizist bei einem Einsatz in der von Gewaltverbrechen geplagten Region Baixada Fluminense, die im Norden an die Metropole Rio de Janeiro grenzt. Die Zahl der getöteten Polizisten droht damit die des Vorjahres zu übersteigen. 2016 wurden in dem Bundesstaat 146 Polizisten getötet.

An keinem anderen Ort in Brasilien seien "so viele Waffen in den Händen von Kriminellen" zu finden, wie im Bundesstaat Rio de Janeiro, beklagte, Polizeikommandeur Wolney Dias. Seit 1995 kamen dort mehr als 3000 Polizisten gewaltsam ums Leben.

Als Reaktion auf die zunehmende Gewalt hatte Brasiliens Präsident Michel Temer im Juli die Entsendung von 8500 Soldaten nach Rio de Janeiro angeordnet, um die Polizei in ihrem Kampf gegen bewaffnete Banden und das organisierte Verbrechen zu unterstützen.

Ein Jahr nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro werden allein in der Millionenmetropole durchschnittlich jeden Tag drei Menschen durch Schüsse verletzt, zumeist bei Schusswechseln zwischen Polizisten und Drogendealern. Einem Bericht der brasilianischen Zeitung Estado zufolge ist die Zahl der Gewaltverbrechen auch im gesamten Land gestiegen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 seien mehr als 28.00 Menschen eines gewaltsamen Todes gestorben, durchschnittlich 155 pro Tag.