Seit dem Abgang von Raab ist Prosieben völlig von seiner umstrittensten Sendung abhängig

Valentina Resetarits
Stefan Raab Pro7

Soziale Netzwerke folgen ihren eigenen Regeln. Das müssen Marketingmanager immer wieder schmerzhaft lernen. So auch jenes Werbe-Mastermind, das sich überlegt hat, man könne die kommende Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ auf Instagram bewerben.

Mädchen sollten sich mit dem Hashtag „IchbinGNTM2018“ als Kandidatin für das Casting anmelden. Die Quittung folgte prompt: Tausende Frauen protestierten mit dem eigens kreierten Hashtag „NotHeidisGirl“ gegen die Sendung und deren sexistisches Frauenbild.

„Germany’s Next Topmodel“ ist seit über 12 Jahren eine höchst umstrittene, aber äußerst erfolgreiche Sendung. Wahrscheinlich eine der letzten erfolgreichen Sendungen, die dem schwächelnden TV-Senders ProSieben geblieben ist. Die Abhängigkeit von Heidi Klum ist enorm, nicht zuletzt deshalb — so wird auf dem Flur des Senders in Unterföhring gemunkelt — erfüllt man dem ehemaligen Topmodel jeden Wunsch und nimmt inhaltliche Eingriffe ihrerseits hin.

Die Marktanteile von ProSieben schrumpfen seit 2008 erheblich. Im August wurde mit 8,3 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen der niedrigste Marktanteil seit 25 Jahren verzeichnet. Damit fiel der einst so populäre Sender sogar hinter Sat.1 zurück, das schon längere Zeit strauchelt. Ende August senkte der Konzern seinen Ausblick für den TV-Werbemarkt in Deutschland — zum dritten Mal in diesem Jahr.

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