Seit 2013 inhaftierter ägyptischer Fotojournalist erhält Unesco-Pressepreis

Fotograf Mahmud Abu Seid, bekannt als Shawkan

Der seit mehr als vier Jahren inhaftierte ägyptische Fotoreporter Mahmud Abu Seid, bekannt unter seinem Künstlernamen Shawkan, erhält den Preis für Pressefreiheit der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco). Damit werde Shawkans "Mut, sein Widerstand und sein Engagement für die Meinungsfreiheit" ausgezeichnet, erklärte die Unesco am Montag.

Shawkan war im August 2013 festgenommen worden, als er fotografierte, wie Sicherheitskräfte in Kairo eine Demonstration von Anhängern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi blutig auflösten. Dabei töteten sie hunderte Menschen, darunter drei Journalisten. Die Demonstration von Unterstützern der Muslimbrüder richtete sich gegen Mursis Sturz durch die Armee. Mursi hatte 2012 sein Amt als erster demokratisch gewählter Staatschef Ägyptens angetreten, war aber schon bald mit Massenprotesten konfrontiert.

Shawkan und mehr als 700 Mitangeklagte müssen sich wegen Polizistenmordes und Vandalismus vor Gericht verantworten. Das ägyptische Außenministerium hatte am Sonntag sein "tiefes Bedauern" darüber zum Ausdruck gebracht, dass eine "terroristischer und krimineller Akte angeklagte Person" den Preis erhalte.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen listet in ihrem Ranking zur Pressefreiheit Ägypten auf Platz 161 von insgesamt 180. Mindestens 31 Journalisten sind der Nichtregierungsorganisation zufolge derzeit in dem nordafrikanischen Land inhaftiert.

Shawkan soll den Preis offiziell am 2. Mai, den internationalen Tag der Pressefreiheit erhalten. Der Guillermo Cano World Press Freedom-Preis der Unesco wird seit 1997 verliehen. Die Auszeichnung ist nach dem kolumbianischen Journalisten Guillermo Cano benannt, der 1986 in Bogotá vor dem Gebäude seiner Zeitung "El Espectador" ermordet wurde.