Seit 2010 fast ein Fünftel der Gletscherflächen in Kolumbien verschwunden

Gletscher in Kolumbien

Beschleunigt durch den Klimawandel hat Kolumbien nach Angaben der Regierung in den vergangenen sieben Jahren fast ein Fünftel seiner Gletscher verloren. "Wegen extremer Ereignisse im Zusammenhang mit Naturphänomenen und dem Klimawandel" sei die Gesamtfläche der sechs kolumbianischen Gletscher von 45 Quadratkilometern im Jahr 2010 auf 37 Quadratkilometer 2017 geschrumpft, teilte das Institut für Hydrologie, Meteorologie und Umweltstudien (Idean) des Landes am Donnerstag (Ortszeit) mit.

Dies sei ein Rückgang um 18 Prozent binnen sieben Jahren, hieß es weiter. Allein in den vergangenen zwei Jahren habe der Rückgang der Gletscherflächen 5,8 Prozent betragen. Wenn sich dieses Tempo fortsetze, könnte der Gletscher auf dem Vulkan Santa Isabel in zehn Jahren völlig verschwunden sein, warnte Idean-Chef Omar Franco.

Gletscher sind wichtige Wasserspeicher. Wegen des Anstiegs der Durchschnittstemperaturen sind sie überall in der Welt bedroht. "Die Folgen der Klimaerwärmung für das Land sind enorm", sagte Kolumbiens Umweltminister Luis Gilberto Murillo. 30 Prozent der Tier- und Pflanzenarten in Kolumbien drohten zu verschwinden. Kolumbien ist nach Brasilien das Land mit der weltweit größten Artenvielfalt.

Murillo rief die Länder, die besonders viele Treibhausgase ausstoßen, auf, "ihre Versprechen" zur Verringerung von Kohlendioxid und anderen klimaschädlichen Gasen einzuhalten. "Wir stoßen nur 0,46 Prozent davon aus und unser Land erleidet trotzdem die Konsequenzen", kritisierte der Umweltminister.