Seidl: Sainz hat in Istanbul gezeigt, warum Ferrari ihn wollte

Juliane Ziegengeist
·Lesedauer: 3 Min.

"Ein Rennen wie das in der Türkei hat die Qualität bestätigt, die Carlos hat", goutiert McLaren-Teamchef Andreas Seidl den fünften Platz von Carlos Sainz in Istanbul. Der Spanier kämpfte sich in einem chaotischen Rennen von Startplatz 15 bis in die Top 5 vor und unterstrich laut Seidl damit seine fahrerische Klasse.

"Wir wissen von früheren Rennen in den vergangenen Jahren, dass er diese schwierigen Bedingungen mag. Er mag diese nassen oder gemischten Bedingungen. Wir wissen, dass er unter diesen Umständen eine gute Leistung bringt und dass er das Talent hat, in Sachen Risiko den richtigen Weg einzuschlagen."

Sainz schaffe es, das Auto auch bei widrigsten Verhältnissen auf der Strecke halten und gleichzeitig Fortschritte zu machen. "Das ist ein großer Vorteil", weiß der Teamchef.

Seidl über Sainz: "Ist ein großartiger Fahrer"

"Es ist auch hilfreich, wenn man einen Fahrer hat, der schon seit einiger Zeit mit seinem Ingenieur und seinem Ingenieurteam zusammenarbeitet. Denn unter Bedingungen wie diesen ist die Kommunikation zwischen Fahrer und Boxenmauer sehr intensiv. Und da sieht man auch die Erfahrung, die Carlos hat."

Er wisse genau, welches Feedback er geben muss: "Es ist wichtig, sich am Funk kurz zu halten, ruhig, aber auch klar zu wissen, was da draußen auf der Strecke vor sich geht, damit wir das mit den Daten abgleichen können, die wir an der Boxenmauer sehen. So können wir am Ende die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit treffen."

Deshalb, betont Seidl, wundere es ihn auch nicht, warum Ferrari Sainz unbedingt für 2021 verpflichten wollte. "Er ist ein großartiger Fahrer. Es gibt einen Grund, warum Ferrari für das nächste Jahr hinter ihm her war", sagt der Deutsche.

Die letzten drei Rennen mit Sainz genießen

In dem Zusammenhang lobt er auch, wie Sainz in der potenziell unangenehmen Übergangszeit agiert: "Mir gefällt die Herangehensweise, wie er mit der Situation umgeht, gemeinsam mit uns, voll engagiert, sehr motivierend für das gesamte Team. Das ist meines Erachtens auch entscheidend für die Ergebnisse, die wir im Moment erzielen."

"Ich freue mich also sehr auf die letzten drei Rennen mit ihm in unserem Team", betont Seidl. "Und dann werden wir ihn hoffentlich im nächsten Jahr schlagen!"

Auf der anderen Seite der Garage bleibt Lando Norris dem Team erhalten. Auch dessen Leistung beim Grand Prix der Türkei würdigt Seidl - und das trotz des schlechten Starts: "Wenn man sich anschaut, wie schnell er im Rennen sein konnte, war es natürlich enttäuschend, dass er nach dem Start so ziemlich der Letzte war."

Trotz Startpanne: Auch Anerkennung für Norris

"Ich glaube, er hat den Motor in der Startaufstellung abgewürgt, weil es einfach so schwierig war, ein Auto bei diesen schlechten Gripverhältnissen zu starten. Leider stand er auf der schlechten Seite der Startaufstellung", erklärt der McLaren-Teamchef.

"Das hat dann natürlich den Rest seines Rennens beeinträchtigt, aber auch dort bin ich mit der Leistung, die er gezeigt hat, sehr zufrieden. Es bestätigte erneut die Qualität, die auch Lando hat, vor allem unter diesen schwierigen Bedingungen. Und es war großartig zu sehen, wie er vom letzten Platz noch Achter wurde."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.