Wie sehr sollten sich die Investoren über die starken US-Autoabsätze freuen?

Motley Fool Investmentanalyst
General Motors

Jeder liebt eine gute Überraschung, und wie kann die US-Automobilindustrie den Frühling besser beginnen als mit einer überraschenden Umsatzsteigerung von 6,4 % gegenüber dem Vorjahr? Es war ein besseres Ergebnis als erwartet und der größte Umsatzzuwachs der Branche seit Februar 2016. Nach mehr als einem Jahr des Pessimismus, der stagnierenden Umsätze und der rückläufigen Pkw-Verkäufe kann man es den Anlegern nicht verübeln, dass sie das Ergebnis des letzten Monats überbewertet haben, aber wie stark war es wirklich? Lass uns in einige der Höhepunkte genauer betrachten, um zu sehen, warum die Investoren nicht zu viel erwarten sollten.

Frühlingsgefühle

Es dauerte nicht lange, bis 2018 besser aussah als 2017, denn im März gab es bereits den zweiten Zuwachs im Vergleich zu 2017, als es erst im September aufwärts ging. Die saisonbereinigte annualisierte Verkaufsrate (SAAR) des letzten Monats lag bei 17,49 Millionen, was die Schätzungen von den Analysten, die 16,8 Millionen vorhersagten, deutlich übertraf.

„Die Verbraucher halten die US-Wirtschaft am wachsen und die Autoverkäufe sind sehr gut“, sagte Mustafa Mohatarem, Chefökonom von General Motors, in einer Pressemitteilung. „Der Arbeitsmarkt ist stark, das Verbrauchervertrauen ist auf einem jahrzehntelangen Hoch, und wir sehen deutliche Anzeichen dafür, dass die Unternehmer die Steuerreform nutzen, um ihre Flotten zu modernisieren“.

Alles in allem, sind die Umsätze im März um 2 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, und einige Investoren sind optimistischer, als noch vor Monaten — aber ein Quartal bildet noch keine Tendenz.

Individuelle Highlights

Zum ersten Mal seit 18 Monaten hatten die Investoren von Fiat Chrysler Automobiles (WKN:A12CBU) Grund zum Jubeln, da der Autohersteller seinen monatlichen Umsatzrückgang mit einem Plus von 14 % gegenüber dem Vorjahr stoppte. Der starke Monat der FCA wurde von der Marke Jeep getrieben, die ihren besten Verkaufsmonat aller Zeiten und eine unglaubliche Steigerung von 45 % gegenüber dem Vorjahr auf fast 100.000 Fahrzeuge verzeichnen konnte. Jeep war in der Lage, die Popularität von SUVs zu nutzen und FCA schaffte es mehr Fahrzeuge im Einzelhandel zu verkaufen als sein Rivale Ford Motor Company (WKN:502391), eine außergewöhnliche Leistung für den kleineren Autohersteller.

Apropos Ford: Detroits zweitgrößter Automobilhersteller übertraf im März die Erwartungen mit einem Umsatzplus von 3,4 %. Die Leute im Blue Oval konnten einen Umsatzrückgang von 8,1 % im Pkw-Segment mit einem Plus von 7,5 % bei SUVs und 6,7 % bei LKWs ausgleichen. Auch wenn Ford’s SUVs nicht die beeindruckenden Umsatzzuwächse erzielen konnte , wie sie Jeep erreichte, war es gut genug für den besten März der Unternehmengeschichte in diesem Segment. Ein wichtiger Punkt, an dem Ford sich messen kann, sind die durchschnittlichen Verkaufspreise (ATPs). Ford verzeichnete im März mit 36.300 US-Dollar pro Fahrzeug die höchsten Verkaufspreise aller Automobilhersteller, angetrieben von einem starken Anstieg der ATP-Werte für seine Trucks der F-Serie, die durchschnittlich 46.800 US-Dollar pro Truck einbrachten. Fords durchschnittliche Verkaufspreise waren etwa doppelt so hoch wie der durchschnittliche Zuwachs in der Industrie, der 700 US-Dollar betrug.

Die starken Umsatzzuwächse im März beschränkten sich nicht nur auf die Detroiter Automobilhersteller, da Toyota (WKN:853510) in aller Stille das beste erste Quartal seit einem Jahrzehnt abschloss. Der Absatz von Toyota stieg im März um 3,5 % auf 507.000 verkaufte Fahrzeuge im ersten Quartal. Der japanische Automobilhersteller, historisch bekannt für seine Kleinwagen, konnte sich dem Rückgang der Nachfrage nach kleineren Fahrzeugen nicht entziehen, bei seinen PKWs Camry und Corolla musste das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 1,1 % bzw. 4 % verzeichneten. Glücklicherweise konnten Rav4, Highlander, Tacoma und Tundra mit soliden Zuwächsen von 9,1 %, 19 %, 21 % bzw. 14 % aufholen.

Nicht so schnell

Während das erste Quartal 2018 für die Automobilindustrie besser war als erwartet, gibt es sicherlich Gründe, die Erwartungen für die Zukunft zu dämpfen. Ein Punkt, den es zu berücksichtigen gilt, und der das Umsatzvolumen ab März leicht überhöht erscheinen lassen könnte, ist, dass es im letzten Monat 28 Verkaufstage gab, verglichen mit 27 im März 2017.

Während wir die kommenden Monate auf uns zukommen lassen, werden die Zinssätze im Laufe des Jahres 2018 voraussichtlich steigen, was die Kreditaufnahme verteuern und auch die potenziellen monatlichen Zahlungen der Verbraucher erhöhen wird. Darüber hinaus wurden die Verkäufe in letzter Zeit durch verstärkte Anreize und Angebote vorangetrieben, die so gesteuert werden müssen, dass eine solide Rendite gewährleistet ist, so dass geringere Preise bei diesen Geschäften den Absatz drosseln könnten.

Wenn diese Faktoren nicht ausreichen, um die Erwartungen der Auto-Investoren zu mildern, solltest du bedenken, dass jahrelange aggressive Leasingstrategien Millionen von Leasingrückläufern auf den Markt spülen werden, die den Verbrauchern eine interessante Alternative zu Neufahrzeugen bieten.

Der März war ein überraschend starker Monat für die Automobilindustrie, und das erste Quartal war besser als das Vorjahr – aber die Anleger wären aus den oben genannten Gründen klug, ihre Umsatzerwartungen für 2018 zu dämpfen.

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The Motley Fool empfiehlt Ford.

Dieser Artikel wurde von Daniel Miller auf Englisch verfasst und am 6.4.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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