Segler Herrmann: „Habe keine Ahnung von meinem Boot“

Segler Herrmann: „Habe keine Ahnung von meinem Boot“
Segler Herrmann: „Habe keine Ahnung von meinem Boot“

Für Boris Herrmann ist die bevorstehende Route du Rhum eine wirkliche Feuertaufe. „Es ist ein echtes Abenteuer, ich gehe da raus und habe keine Ahnung von meinem Boot“, sagte der 41 Jahre alte Segler aus Hamburg, für den es ab Sonntagmittag einmal mehr heißt: Ein Mann, ein Boot und der Ozean.

Herrmann, der mit seinem fünften Platz bei der Vendee Globe 2020/21 für großes Aufsehen sorgte, startet bei der prestigereichen transatlantischen Regatta vom französischen Saint-Malo bis nach Guadeloupe. Den Familienvater erwarten 3543 Seemeilen, die es in sich haben. Zumal er sein neues und erst im September getauftes Hightech-Boot Malizia-Seaexplorer aus der IMOCA-Klasse noch nicht unter Extrembedingungen kennt. "Jetzt bin ich bei 40 Prozent", sagte Herrmann: "Wir wissen nicht, was passieren wird, was kaputt gehen wird, wer was tun wird."

Entsprechend verspürt der erfahren Hochseesegler keinen Druck, eine Topplatzierung abliefern zu müssen. "Wenn ich es auf die andere Seite schaffe, ist das ein großer Sieg für mich und die Mannschaft. Und wenn wir dann noch besser sind als, sagen wir, 15. bin ich zufrieden und nehme es hin", sagte Herrmann, dessen langfristige Planung der Vendee Globe 2024 gilt, bei der er erneut starten will.

Zuerst steht nun aber die Route du Rhum an, bei der mehr als 120 Solosegler in sechs Klassen an den Start gehen werden, darunter auch die gebürtige Münchnerin Isabelle Joschke. Die schnellsten Segler werden etwa eine Woche für die Strecke brauchen. Für für Herrmann folgt im Anschluss schon ab Mitte Januar eine Team-Weltumsegelung im Ocean Race.