Seehofer verteidigt Zurückhaltung und lobt Merkels Krisenmanagement

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesinnenminister Horst Seehofer hat seine öffentliche Zurückhaltung in der Corona-Krise gerechtfertigt. "Ich nutze ein Fernsehstudio nicht als mein Wohnzimmer. Ich trete nur dann auf, wenn ich was zu sagen habe", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag". Vertreter von FDP und Grünen hatten zuletzt erklärten, sie vermissten öffentliche Stellungnahmen Seehofers. Der 70-Jährige hat sich in der Corona-Krise von Anfang an vorsichtig verhalten. So verzichtete er bereits auf den Handschlag zur Begrüßung, als andere Politiker noch sorgloser agierten.

Seehofer lobte zugleich das Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Angela Merkel führt Deutschland gerade sehr stark durch die Krise", sagte Seehofer der Zeitung. Er erlebe sowohl im Kabinett als auch im Zusammenspiel mit den Ministerpräsidenten eine "hervorragende Teamarbeit" und führe das auf die "strategische Führung" Merkels zurück. "Wir können froh sein, dass wir in dieser Situation eine solche Kanzlerin an der Spitze unseres Landes haben." Seehofer zufolge wird demnach hinter den Kulissen sogar über eine mögliche fünfte Amtszeit der Kanzlerin diskutiert: "Ich kann nicht bestreiten, dass ich den Gedanken in letzter Zeit öfter gehört habe."