Seehofer: Personaldebatten sollen auf Parteitag geführt werden

Horst Seehofer

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat die an ihn gerichteten Rücktrittsforderungen zurückgewiesen und auf den nächsten Parteitag verweisen. "Wir haben in sieben oder acht Wochen einen Parteitag", sagte Seehofer am Dienstag in Berlin. "Das ist der richtige Ort, solche Debatten zu führen." Wenn die Delegierten dann meinten, es müsse eine Entscheidung getroffen werden, könne dies dort in "anständiger Weise" passieren.

"Da gehört das hin", fügte Seehofer hinzu. Alles andere sei "nicht hilfreich in dieser ungewöhnlich schwierigen Situation" und "schädlich" für die Stärke der CSU und ihre Position in der Öffentlichkeit. Zwar gehörten solche Debatten zur demokratischen Normalität, "aber mit dem richtigen Stil und am richtigen Platz - Parteitag", sagte der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident nach einem Treffen mit den Bundestagsabgeordneten seiner Partei.

Nach dem Wahldebakel der CSU bei der Bundestagswahl hatte der CSU-Landtagsabgeordnete Alexander König am Dienstag Seehofers Rücktritt gefordert. "Ich glaube, wir brauchen einen anderen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl" im kommenden Jahr in Bayern, sagte König im Bayerischen Rundfunk. Der "Frankenpost" sagte er, Seehofer habe viel für Bayern getan. "Doch nun ist es an der Zeit für einen Neuen."

Bei der Wahl am Sonntag hatte die CSU ihr schlechtestes Ergebnis seit 1949 in Bayern geholt. Sie verlor noch stärker als die Schwesterpartei CDU an Zustimmung.