Seehofer bedauert Verzicht zweier Initiativen auf Nominierung für Nachbarschaftspreis

Horst Seehofer

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bedauert, dass zwei Initiativen aus Berlin und Köln eine Nominierung für den Deutschen Nachbarschaftspreis wegen seiner Rolle als Schirmherr abgelehnt haben. "Wir haben als Bundesinnenministerium das mit Bedauern zur Kenntnis genommen", sagte die Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin. "Beides sind sehr schätzenswerte Initiativen"

Das Ministerium wolle den beiden Initiativen aber ein Gesprächsangebot machen, fügte die Sprecherin hinzu. Gespräche seien immer gut, um Vorstellungen "gerade zu rücken" oder für Verständnis zu werben. Das Angebot für einen Dialog müsse aber nicht unbedingt dazu führen, das die beiden Initiativen ihre Entscheidungen änderten.

Bei den Initiativen handelt es sich um die Berliner Flüchtlingshilfsorganisation "Moabit hilft" und den Kölner Verein "wielebenwir", der für sein Projekt zum kostenlosen Verleih von Lastenfahrrädern nominiert wurde. Beide begründeten ihren Verzicht mit Äußerungen Seehofers.

Der Verein "Moabit hilft" erklärte, "wir können es nicht mit uns oder unseren Ansichten vereinbaren, unter einem Schirm zu stehen, dessen Schirmherr" Seehofer sei. Die Initiative bezog sich unter anderem auf die viel kritisierte Aussage des Innenministers zu der Abschiebung von 69 Afghanen ausgerechnet an seinem 69. Geburtstag.

Der Kölner Verein "wielebenwir" teilte mit: "Er steht für eine Politik, die die Gesellschaft spaltet, die auf Abschottung setzt und die Menschen in Not Hilfe verweigert."