Seebär Jürgen Schwandt: Wie geht es Ihnen, Käpt’n?

Lange war es still um ihn, der alte Seemann ist krank. Ein Besuch.

Kapitän Schwandt wartet auf der Terrasse hinter dem Mehrfamilienhaus und tut, was er immer tut: Er raucht. Noch etwas dünner ist er geworden, man sieht ihm an, dass er in den vergangenen Monaten viel Zeit in Krankenhäusern und Arztpraxen verbrachte. „Jong, setz dich“, brummt er und deutet auf einen Gartenstuhl.

Genau vor einem Jahr hockten wir auf den Åland-Inseln zwischen Finnland und Schweden auf einer Pier und hatten große Pläne. Schwandts Biografie „Sturmwarnung“ stand monatelang in der „Spiegel“-Bestsellerliste, auf Facebook folgten ihm 160.000 Menschen, ein Internet-Riese lud ihn, 81 Jahre alt, als Redner zu einer Konferenz für „junge Talente“ (worüber er herzhaft lachte).

Doch dann wurde der Kapitän krank, schwer krank, ausgerechnet an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, mit dem wir nach London fuhren. Zwei schwere Operationen folgten, und zeitweise sah es gar nicht gut aus. Deshalb die wichtigste Frage zuerst: „Wie geht es dir?“

Er nimmt einen Zug an der Kippe. „Ich lebe. Ich lebe gerne“, sagt er. Pause. „Aber es wird immer schwerer, den Kadaver am Laufen zu halten.“

So ist er noch immer, er will nicht jammern, er mag nicht lamentieren, und er möchte schon gar nicht den Eindruck des leidenden, alten Mannes hinterlassen. Natürlich fragen viele danach, das weiß er. Also, das ärztliche Bulletin: Das organische Leiden ist durch die Operationen besser geworden, doch ihm setzt das „Quincke-Syndrom“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo