Sechs Ausrufezeichen in Richtung Bayern und Real

Johannes Fischer, Christoph Küppers, Sportinformationsdienst (SID)
Der BVB kletterte nach der Gala wieder an die Tabellenspitze

Als sich die Gala von Borussia Dortmund in der zweiten Hälfte anbahnte, erhoben sich nahezu alle BVB-Fans von ihren Sitzen und brüllten den Schlager, der in den letzten Jahren aus der Mode gekommen war: "Deutscher Meister wird nur der BVB", hallte es durch den Signal-Iduna-Park.

Spätestens mit dem imposanten 6:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach schickten die Schwarzgelben eine Kampfansage Richtung München - und untermauerten die Ansage, die Marco Reus erst tags zuvor gemacht hatte: Dieser BVB hat das Zeug zum Meister.

Doch nicht nur der FC Bayern dürfte nach der Gala im Borussen-Derby respektvoll in Richtung Dortmund geblickt haben - auch Real Madrid, am kommenden Dienstag Gegner in der Champions League, könnte mit einem etwas mulmigen Gefühl in der Magengegend anreisen.


Dortmund spielte sich im Borussen-Derby in einen Rausch, kletterte zurück an die Tabellenspitze und schoss sich für die Königlichen warm. Die mit der offensiven Brillanz überforderten Gladbacher reihen sich vorerst im Tabellenmittelfeld ein. (Die Tabelle der Bundesliga)

"Es war nur Gladbach"

BVB-Trainer Peter Bosz wollte den Kantersieg aber nicht überbewerten. "Ich will heute Abend nicht über Real nachdenken", sagte der Niederländer bei Sky. "Gladbach ist etwas anderes als Madrid, aber wir werden alles versuchen."


Über die Leistung seines Teams war Bosz über die Maßen glücklich. "Mönchengladbach musste viel hinter dem Ball herlaufen, weil wir den Ball gut laufen gelassen haben. Dadurch war der Gegner in diesen Situationen müde. Ich glaube, dass wir heute ein sehr gutes Spiel gemacht haben - mit und ohne Ball."

Maximilian Philipp war beim fünften BVB-Saisonsieg am 6. Spieltag zunächst der überragende Mann. Der 23-Jährige erzielte die ersten beiden Tore selbst (28./38.) und legte einmal glänzend für Pierre-Emerick Aubameyang ab, der sogar dreimal traf (45./49./62.). (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Auch Julian Weigl (78.) ließ keine Zweifel am besten Saisonstart der Dortmunder Bundesliga-Geschichte. Bei den Gegentoren stand hingegen bis zur 516. Saisonminute eine Null: Dann durfte Lars Stindl (66.) für die Gäste einschieben. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Wir haben ein sehr dominantes Spiel gezeigt", freute sich Philipp, der im Sommer für 20 Millionen Euro vom SC Freiburg gekommen war, bei Sky. "Allerdings muss ich mir eingestehen, dass ich in der zweiten Halbzeit nachgelassen habe."


Auch Götze überzeugt

"Wir haben heute unseren Meister gefunden", sagte Gladbachs Trainer Dieter Hecking nach den für ihn frustrierenden 90 Minuten. "Wir haben aber auch tatkräftige Unterstützung bei dem ein oder anderen Tor geleistet."

Dabei hatte Bosz - wohl schon mit Blick auf das Real-Spiel - einige Stammspieler geschont und kräftig rotiert. Unter anderem rückte Weltmeister Mario Götze in die Startelf, er bewegte sich neben dem umsichtigen Spielaufbau-Organisator Weigl und dem offensiveren Mahmoud Dahoud geschickt zwischen den Linien.

Am Dienstag erwartet die Dortmunder allerdings ein anderes Kaliber. Gegen den Titelverteidiger Real ist der Druck nach dem 1:3 zum Champions-League-Auftakt bei Tottenham Hotspur bereits hoch. In dieser Form muss dem BVB aber nicht Bange sein.

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