Sebastian Vettel besorgt: Leitplanken sollten nicht so kaputtgehen!

Norman Fischer
·Lesedauer: 4 Min.

Sebastian Vettel ist beunruhigt, wie die Leitplanke so beschädigt werden und das Auto von Grosjean so in Flammen aufgehen konnte - Antwort von Rennleiter Masi.

Dass Romain Grosjeans Auto bei seinem Unfall in Bahrain die Leitplanke durchbrechen konnte, ist für Sebastian Vettel besorgniserregend: "Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht wie, aber so sollte die Leitplanke nicht kaputtgehen", sagt der viermalige Weltmeister nach dem Rennen in Sachir. "Das Wichtigste ist aber erstmal, dass er da rauskam."

"Es ist gut, dass die Autos heute sicherer als früher sind, aber die Leitplanke sollte nicht kaputtgehen und das Auto sollte auch nicht so in Flammen aufgehen", sagt Vettel. "Es wurden viele Maßnahmen getroffen, damit es nicht Feuer fängt, von daher weiß ich nicht, was da passiert ist."

Laut Rennleiter Michael Masi hätte einfach die schiere Wucht des Aufpralls dafür gesorgt, dass die Leitplanke den Kräften nicht mehr standhalten konnte. "Es gibt nur ein gewisses Maß an Energie, was sie aushalten kann."

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Masi: Sicherheitsvorkehrungen haben getan, was sie sollten

"Die Masse an Energie muss irgendwo hin. Das Auto und die Sicherheitszelle haben genau das gemacht, wozu sie da sind: den Fahrer zu schützen", so Masi weiter. "Auch das Halo hat getan, was es sollte."

Das kaputte Auto von Grosjean zeigt, wie viel Glück der Fahrer hatte. (Bild: motorsport images)
Das kaputte Auto von Grosjean zeigt, wie viel Glück der Fahrer hatte. (Bild: motorsport images)

Noch habe Masi keine Zeit gehabt, sich genau mit allen Einzelheiten zu befassen, doch er kündigt an, dass die FIA eine genaue Untersuchung durchführen wird. Man will schauen, was man aus dem Vorfall lernen kann - egal ob es um das Equipment der Fahrer oder die Sicherheitsvorkehrungen an der Strecke geht. "Einen Schnellschuss wird es aber nicht geben."

Für das Rennen am Sonntag wurde die beschädigte Leitplanke durch Betonblöcke ersetzt, was laut Masi "die effizienteste und beste Reparaturmaßnahme" war, die man zu dem Zeitpunkt machen konnte. Ob Bahrain beim Rennen in der kommenden Woche etwas ändern muss, ist noch offen.

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Halo als Lebensretter

Die Sicherheit wurde nach dem Rennen auch von den anderen Fahrern gelobt. Vor allem das Halo stand dabei im Fokus, das mutmaßlich Grosjeans Leben gerettet hat. "Am Anfang war ich kein Fan von Halo, weil es nicht schön aussah, aber heute hat es ein Leben gerettet", betont Max Verstappen. Eine Diskussion über das System gibt es für ihn nicht mehr: "Nein, aus Sicherheitsgründen ist es sehr gut."

"Wäre Halo nicht gewesen, wäre das mit Sicherheit anders ausgegangen", ist auch George Russell überzeugt. "Dass er davonkam, war unglaublich. Wir können nur dankbar sein, dass sich die Sicherheit so verbessert hat."

"Es war schrecklich. Ich wusste nicht, was passiert war, und als ich die Bilder gesehen habe, war ich echt geschockt", sagt Pierre Gasly. "In meiner Generation hat man so etwas noch nicht gesehen. Früher kam das häufiger vor, aber das war echt beängstigend. Ich war richtig glücklich, als ich gesehen habe, dass Romain aus dem Auto ist. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Formel-1-Auto so auseinanderbrechen kann."

Wolff: Sicherheit kann weiter verbessert werden

Auch Charles Leclerc machte sich Sorgen, weil er den Unfall im Rückspiegel live mitbekommen hatte. Sofort fragte er am Funk, ob alles in Ordnung sei, und als er in Kurve 9 immer noch keine Antwort hatte, sei er sehr besorgt gewesen.

"Aber glücklicherweise geht es ihm gut. Das Gute ist, dass er aus dem Auto gesprungen ist", sagt der Ferrari-Pilot. "Es ist unfassbar. Ich konnte es kaum glauben, als ich den Crash gesehen habe. Glückwunsch an die Jungs, die an den Autos für die Sicherheit zuständig sind."

Trotzdem gibt es immer noch etwas zu verbessern. Denn dass das Auto so in Flammen aufgeht, darf laut Wolff nicht sein: "Eine Benzinzelle sollte immer intakt bleiben. Dass das Auto so zerbricht, darf nicht sein. Das Heck sollte zusammen mit dem Motor abbrechen. Der Motor sollte nicht am Chassis bleiben", sagt der Österreicher.

"Wir haben eine Menge zu lernen und eine Menge Sicherheit zu verbessern. Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir mit den Tools der FIA die Sicherheit der Autos und der Rennstrecken noch besser machen können, wenn wir alle an einem Strang ziehen."

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