Sebastian Vettel befürchtet: Überholen ist noch schwieriger geworden

Ruben Zimmermann

Mit dem neuen Reglement 2021 soll das Racing in der Formel 1 deutlich besser werden. Die neuen Regeln sollen die Dirty Air deutlich reduzieren und es den Autos so wieder ermöglichen, dicht hinter einem anderen Boliden zu fahren, ohne dabei so viel Abtrieb zu verlieren wie aktuell. Weil das Reglement 2020 allerdings noch ein Jahr stabil bleibt, ist in der neuen Saison zunächst keine Besserung zu erwarten.

"Ich denke, die Autos sind im Hinblick auf Folgen und Überholen in diesem Jahr etwas schlechter geworden", schildert Sebastian Vettel seine Eindrücke der Wintertests in Barcelona. "Natürlich haben alle versucht, mehr Abtrieb ans Auto zu bringen", erklärt der Ferrari-Pilot. Letztendlich sei jedes Team schließlich nur daran interessiert, wie schnell das eigene Auto sei.

Die Konsequenzen fürs Racing spielen da keine Rolle. "Man macht sich nicht so viele Sorgen um das, was hinten passiert", erklärt Vettel. "Aber wenn man selbst das hintere Auto ist, dann ist es nicht schön. Wir werden sehen", zuckt er die Schultern. Auch Vettels Ex-Teamkollege Daniel Ricciardo erklärt mit einem Schmunzeln, dass die Dirty Air auch 2020 wieder "ziemlich schmutzig" sei.

"Wir sind noch einmal schneller als vergangenes Jahr. Kurve 3 [in Barcelona] geht locker voll, Kurve 9 ebenfalls fast jede Runde", berichtet der Renault-Pilot. "Auf einem Kurs wie diesem, mit vielen schnellen Kurven in den ersten beiden Sektoren, ist es leider sehr schwer, anderen Autos zu folgen. Ich würde gerne sagen, dass es besser geworden ist. Aber das ist es ganz sicher nicht", so Ricciardo.

Auch er kommt zu dem Schluss, dass die Situation "vielleicht noch etwas schlechter" als im Vorjahr sei. Fährt ein Auto der aktuellen Generation eine Wagenlänge hinter einem anderen Boliden, verliert es fast die Hälfte seines Abtriebs. Für 2021 hat sich die Formel 1 zum Ziel gesetzt, diesen Wert auf weniger als 15 Prozent zu reduzieren.

Mit Bildmaterial von LAT.