Scott Redding: "Geht mir nicht um Geld und die andere Scheiße"

Ruben Zimmermann

Scott Redding steht vor dem Ende seiner MotoGP-Karriere. Bei Aprilia wird er 2019 durch Andrea Iannone ersetzt, und eine realistische Chance auf ein anderes Bike in der Königsklasse gibt es nicht mehr. "In der MotoGP wird es eigentlich keinen Platz mehr für mich geben", ist sich auch der Brite selbst bewusst. Wie geht es also für ihn im kommenden Jahr weiter?

"Ehrlich gesagt macht es mir auch gar keinen Spaß, in der MotoGP zu fahren. Denn ich werde sowieso kein Bike bekommen, das Rennen gewinnen kann", rechnet Redding mit der Königsklasse ab. Genau das sei aber der Grund, warum er überhaupt Rennen fahre. "Es geht mir nicht um Geld und all die andere Scheiße", stellt der 25-Jährige klar. Seine Erfolge in der MotoGP, in der er seit 2014 fährt, sind überschaubar.

Zweimal stand er in diesem Zeitraum auf dem Podium: bei den Regenrennen in Misano 2015 und Assen 2016. Sein bestes WM-Endergebnis ist Rang zwölf in seiner Debütsaison 2014. Bevor er 2017 zu Aprilia wechselte, fuhr er je zwei Jahre auf Honda und Ducati. Die nötigen Leistungen, um auch 2018 wieder einen Platz in der MotoGP zu finden, brachte er in den Augen der Verantwortlichen offenbar nicht.

 

"Ich will weiter Rennen fahren", stellt Redding klar. Gleichzeitig sei es ihm aber nicht genug, einfach nur dabei zu sein. "Ich muss irgendwo hingehen, wo ich mein Talent zeigen kann", erklärt der Moto2-Vizechampion von 2013. "Nachdem ich erfahren habe, dass ich nicht mehr hier sein werde, war ich sehr auf die Moto2 fixiert", verrät Redding. Mittlerweile glaube er aber, dass das nur "kurzfristig" eine gute Idee sei.

"Ich bin jetzt 25", erinnert er und erklärt: "Wenn ich in die Moto2 gehe und dort die WM in den Top 3 beende, dann ist das okay. Aber was mache ich danach? Denn wegen meiner Vergangenheit wird mich in der MotoGP sowieso keiner mehr nehmen. Ich habe hier nicht wirklich einen Eindruck hinterlassen. Ich hatte zwar auch nicht das nötige Material, aber es wird immer Zweifel geben."

Daher glaubt Redding, dass sich die Teams im Zweifel lieber für einen jüngeren Piloten entscheiden würden. Der Weg zurück in die MotoGP scheint also versperrt. Die Superbike-Weltmeisterschaft (WSBK) wäre laut Redding eine weitere Möglichkeit. "Auch da ist es aber schwierig, weil Du auch dort ein gutes Bike brauchst", erinnert er. Und in den vergangenen Jahren sei er oft genug "frustriert" gewesen, weil er kein gutes Material gehabt habe.

Zwölf MotoGP-Rennen hat Redding noch, um sich für andere Aufgaben - wie auch immer die aussehen werden - zu empfehlen. Ein Vorteil: "Es gibt jetzt keinen Druck mehr", erklärt er. Weil er bei Aprilia sowieso raus sei, müsse er nun nicht mehr so verbissen sein und könne das Fahren mehr "genießen". Auf Instagram startete er übrigens kürzlich einen Aufruf an seine Fans. Dort möchte er von seinen Followern wissen, was er 2019 machen soll.