Schwule nichts für Kinder? Lokaler Sender in Alabama streicht "Arthur"-Episode

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Szene aus der PBS-Zeichentrickserie "Erdferkel Arthur und seine Freunde"- Lehrer Mr. Ratburn heiratet seinen Partner Patrick (Screenshot)
Szene aus der PBS-Zeichentrickserie "Erdferkel Arthur und seine Freunde": Lehrer Mr. Ratburn heiratet seinen Partner Patrick (PBS Kids)

"Erdferkel Arthur und seine Freunde" ist eigentlich eine harmlose Zeichentrickserie für Kinder, die von lustigen Abenteuern eines Erdferkels handelt. Doch nun sorgt die Serie einmal mehr für Aufregung. Ein lokaler Sender im US-Bundesstaat Alabama weigerte sich, eine Folge auszustrahlen, weil darin eine gleichgeschlechtliche Hochzeit dargestellt wird.

Dass Kinderfilme und -serien indiziert oder gar verboten werden, kommt nicht gerade häufig vor. Sie werden schließlich für Kinder gemacht, dienen zu ihrer Unterhaltung und haben bestenfalls eine pädagogische Funktion. Dennoch hat dieses Schicksal nun die Zeichentrickserie "Erdferkel Arthur und seine Freunde" ereilt. Kinder im US-Bundesstaat Alabama bekamen die erste Episode aus der 22. Staffel der Serie nicht zu sehen. Der dem TV-Netzwerk PBS angehörende Sender Alabama Public Television (APT) nahm die Folge aus dem Programm. Der Grund: Teil der Handlung ist die Hochzeit von Mr. Ratburn und seinem Partner Patrick.

Diskriminierend oder taktvoll?

Stattdessen strahlte APT eine ältere Folge aus, wie mehrere US-Medien berichten, darunter das Online-Portal des Nachrichtensenders CNN. Als Begründung für die Entscheidung nennt Programmchef Mike McKenzie die Tatsache, dass die Episode das Vertrauen der Eltern in den Sender erschüttert hätte. "Die Eltern vertrauen darauf, dass ihre Kinder APT ohne ihre Aufsicht schauen können", sagt er in einem Statement. Die Handlung der Episode würde eine positive Botschaft aussenden, fügte er hinzu. Während viele Eltern dies für angemessen gehalten hätten, wären andere damit nicht einverstanden gewesen – "sei es, weil ihre Kinder zu jung sind oder aufgrund ihres Glaubens", so McKenzie.

Das Maskottchen Arthur zur PBS-Serie "Erdferkel Arthur und seine Freunde" bei einer Benefizveranstaltung im Jahr 2011. (Photo By Bill Clark/Roll Call)
Das Maskottchen Arthur zur PBS-Serie "Erdferkel Arthur und seine Freunde" bei einer Benefizveranstaltung im Jahr 2011. (Photo By Bill Clark/Roll Call)

Der Muttersender PBS teilt auf Anfrage von CNN mit, dass Entscheidungen über die Programmgestaltung bei den lokalen Kanälen lägen. Der Sender betont seine Aufgeschlossenheit gegenüber Themen wie Diversität. "PBS Kids hat das Ziel, die Vielfalt in der Gesellschaft zu reflektieren", erklärte die Managerin von PBS Kids, Maria Vera Whelan, gegenüber CNN. "Wir glauben, es ist wichtig, das breite Spektrum von Erwachsenen in den Leben der Kinder zu zeigen, die jeden Tag PBS Kids schauen."

Zeichentrickmacher Marc Brown

Auch der Schöpfer der Zeichentrickserie, Marc Brown, äußerte sich über die streitbare Entscheidung. Die fragliche Episode sei Ausdruck der Verantwortung der Zeichentrickmacher, die sie gegenüber "Erdferkel Arthur und seine Freunde" hätten. "So viele von uns haben schwule Familienmitglieder und Freunde, die in den Medien nicht repräsentiert werden", so der Autor und Kinderbuchillustrator in einem Interview.

"Erdferkel Arthur und seine Freunde" basiert auf Browns Kinderbüchern. Die Zeichentrickserie wird in den USA seit 1996 ausgestrahlt. Sie kreist um das titelgebende Erdferkel, das mit Familie und Freunden in der fiktiven Stadt Elwood diverse Abenteuer erlebt. Mr. Ratburn ist Arhurs Lehrer, sein Partner Patrick ist Konditor, der sich auf die Herstellung von Schokolade spezialisiert hat.

Es ist nicht das erste Mal, dass APT eine Episode einer PBS-Zeichentrickserie aus dem Programm genommen hat. Im Jahr 2005 hatte sich der Sender geweigert, eine Folge aus "Postcards from Buster", einem Spin-off der "Arthur"-Serie, auszustrahlen. Darin besucht Hase Buster eine Freundin, die zwei Mütter hat.

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