Wenn die schwitzenden Deutschen nur mal Wut auf den Klimawandel hätten

Sebastian Christ

Liebe schwitzende Mitbürger!

Ich weiß. Es ist heiß.

Und auch ich versuche derzeit, mich so selten wie möglich außerhalb meines Hauses aufzuhalten. Denn mit frischer Luft sollte ich draußen vor der Tür besser nicht rechnen.

Wenn mein Körper schlappmacht, probiere ich es mit einem Fußbad. Oder mit einem Kaltgetränk. Oder ich stelle mir vor, dass in vier Monaten schon Nikolaustag ist. Irgendwie halte ich schon durch.

Eure Ausdauer beim Schimpfen habe ich nicht. Und ich bin über eure Wut über die Hitze ziemlich beeindruckt. Ich kenne kein Land auf der ganzen Welt, das sich so über das Wetter aufregen kann wie das, in dem ich lebe.

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Ich meine: Es soll ja immer noch Menschen im Ausland geben, die Deutschland für ein Hort der Vernunft halten.

Da motzt die Mutti und schimpft der Punk

Man sollte jeden einzelnen von ihnen bei dieser Hitze nachmittags in einen beliebigen Linienbus stellen und bis zum nächsten Verkehrsstau warten. Da eskaliert die Mutti, da schimpft der junge Punk und da fächert die Rentnerin voller Zorn ihren schweißigen Abdampf in den Gang.

Nur wenn das Wetter politisch wird, dann bleibt uns die Luft weg.

Natürlich ist diese Hitze unerträglich. Aber haben wir alle den Schuss nicht gehört? Es kommt nicht von ungefähr, dass unsere Flüsse trocken fallen und dass die Straßenbäume schon Ende Juli die trockenen Blätter fallen lassen. Unser Klima ändert sich. Und schuld daran ist zu einem großen Teil die Menschheit selbst.

Verzichtet!

Wir sollten anfangen, unser persönliches Verhalten zu ändern. Ihr ärgert euch über die Hitze? Der salzige Schweiß tropft euch in die Augen und brennt wie Feuer?

Dann verzichtet.

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