Schwimmkurse nur für muslimische Männer? Fake-News sorgt für Wirbel in Wien

Lennart Pfahler
Symbolbild.
  • Die österreichische “Krone” schlägt Alarm: Bietet ein Schwimmbad einen Islamisten-Schwimmkurs an?
  • Ein Sprecher der betroffenen Jugendorganisation nennt die Vorwürfe “völlig absurd”

Und wieder Ärger um schwimmende Muslime.

Nach Diskussionen über Burkinis und Mädchen, die den Schwimm-Unterricht verweigern, gibt es in Österreichs Hauptstadt Wien nun Empörung über einen vermeintlichen Schwimmkurs – nur für muslimische Männer.

So schrieb die konservative Boulevardzeitung “Krone” am Montagmorgen: “Kaftan-Hosen statt Bikinis und Badehosen! Ein Schwimmkurs nur für Männer im öffentlichen Amalienbad in Wien-Favoriten lässt die Wogen hochgehen.”

Die Islamische Föderation Wien (IFW) veranstalte den Kurs im Amalienbad nur für Männer und mit “Kleidungsregeln fernab mitteleuropäischer Aufgeklärtheit”, empörte sich die Zeitung. 

Sogar Vizebürgermeister Dominik Nepp (FPÖ) durfte sich aufregen: “Ich bin entsetzt, dass öffentliche Bäder der Stadt Wien problematischen Vereinen als Ausübungsstätte für ihren Steinzeitislamismus zur Verfügung gestellt werden.”

Besonders brisant mutete auch ein anderer Vorwurf an: Die Islamische Föderation Wien sei eine “Sektion” der islamistischen Bewegung Milli Görüs.

IFW: “Völlig absurd”

Auf Anfrage der HuffPost erklärte Harun Erciyas von der IFW, die Vorwürfe seien “völlig absurd”. 

Zum einen handele es sich nicht um einen Schwimmkurs, sondern um eine jährlich stattfindende Einzelveranstaltung. “Die Krone hat die Tatsachen brutal verdreht”, sagt Erciyas.

Zum anderen gebe es auch eine Schwimmveranstaltung für Frauen in der Damenabteilung. “Es geht auch nur um ganz normale islamische Kleidervorschriften”, so Erciyas. Niemand werde zu irgendetwas gezwungen.

Dass die IFW eine Sektion von Milli Görüs ist, sei zudem falsch. “Wir kooperieren, aber sind keine Sektion”, erklärt der Wiener.

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