Schwimm-Bundestrainer Lambertz: "Kann Kritik nicht ernst nehmen"

SID
Schwimm-Bundestrainer Lambertz: "Kann Kritik nicht ernst nehmen"

Der in die Kritik geratene Schwimm-Bundestrainer Henning Lambertz will vor dem zunehmenden Gegenwind nicht einknicken. "Es gibt Kritik an den Dingen, die ich mache. Es gibt aber keine Gegenvorschläge, wie es besser geht. So lange ich die nicht auf dem Tisch habe, kann ich die Kritik - sorry, wenn ich das sage - nicht ernst nehmen", sagte der 46-Jährige im ARD-Radio.
Lambertz hatte nach der Olympia-Enttäuschung ohne Medaille ein Maßnahmen-Paket ins Leben gerufen, das unter anderem eine stärkere Zentralisierung, ein neues Kraftkonzept und härtere Normen umfasst. "Wir hatten den Mut zu sagen: Nach Rio müssen wir große Dinge verändern, es bringt nichts mehr in kleinen Schritten", sagte Lambertz.
Bei der WM in Budapest war es trotz der Silbermedaille für Europameisterin Franziska Hentke über 200 m Schmetterling zum Krach im deutschen Schwimmteam gekommen. Der Olympiasechste Philip Heintz lieferte sich nach seinem enttäuschenden siebten Platz über 200 m Lagen einen öffentlichen Schlagabtausch mit Lambertz. Hentke kritisierte nach ihrem größten Triumph die Nicht-Nominierung ihres Heimtrainers ins WM-Team.
Auch aus der Wissenschaft gibt es Gegenwind für den Bundestrainer. "Man bekommt ein hübsches Dankeschön, wenn man ihn auf Probleme hinweist, aber es gibt keine inhaltliche Diskussion", sagte Jürgen Küchler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Angewandte Trainingswissenschaften (IAT), dem SID: "Wenn es um Dinge geht, die seinen Vorstellungen nicht zu 100 Prozent entsprechen, ist er beratungsresistent."