Schwimm-Bundestrainer Lambertz beklagt fehlende Aufbruchstimmung: "Mega ermüdend"

SID
Schwimmen: Lambertz stellt Wellbrock Doppelstart in Aussicht

Bundestrainer Henning Lambertz hat vor der WM in Budapest (14. bis 30. Juli) die fehlende Aufbruchstimmung im deutschen Schwimmsport beklagt. "Es wird problem- und nicht lösungsorientiert gedacht. Es geht immer ums Überzeugen, keiner macht etwas aus Vertrauen", sagte Lambertz im SID-Interview: "Das ist mega ermüdend."
Bei der Umsetzung seiner Maßnahmen nach der erneuten Olympia-Enttäuschung habe er mehr Unterstützung erwartet, verriet der 46-Jährige: "Keiner sagt: Alles klar, der Henning hat sich mit Kraftexperten aus aller Welt beraten, wir gehen das jetzt mit vollem Vertrauen an. Es wird immer erst gezögert: Stopp! Wieso denn? Warum denn nicht anders?"
Lambertz' Maßnahmen, die verstärkte Zentralisierung, das neue Kraftkonzept und die härteren Normen, wurden zum Teil scharf kritisiert. Auch eine schlechte Kommunikation mit Andersdenkenden wird dem Wuppertaler vorgeworfen. "Mit vielen habe ich eine sehr gute und intensive Kommunikation. Aber es gibt nach wie vor Leute, die daran nicht teilhaben wollen", sagte Lambertz: "Wenn ich diese Leute nicht überzeugen kann, muss ich mich von ihnen trennen. Ich habe jetzt vier Jahre versucht, alle abzuholen und zu überzeugen."
Dass er den Posten des Bundestrainers im Januar 2013 angetreten hat, habe er zwar noch nicht bereut, "aber ich habe es mir leichter vorgestellt".