Schwesig hält Reformpläne der SPD in Sachen Frauen für "ungenügend"

SPD-Vize Manuela Schwesig hält die bisherigen Reformpläne der SPD in Sachen Frauen für ungenügend. "In unserem Leitantrag findet sich bislang nichts zu dem Versprechen, dass die SPD weiblicher werden muss. Das ist ungenügend", sagte sie dem "Spiegel"

SPD-Vize Manuela Schwesig hält die bisherigen Reformpläne der SPD in Sachen Frauen für ungenügend. "In unserem Leitantrag findet sich bislang nichts zu dem Versprechen, dass die SPD weiblicher werden muss. Das ist ungenügend", sagte Schwesig dem "Spiegel". Sie forderte "konkrete Maßnahmen, wie wir Frauen auf allen Ebenen der Partei stärker beteiligen und ihre Lebensrealitäten besser abbilden". Wenn die SPD Volkspartei bleiben wolle, müsse sie "vielfältiger denken".

Schwesig fordert dem "Spiegel" zufolge in einer Überarbeitung des Leitantrags von Parteichef Martin Schulz für den Parteitag im Dezember an mehreren Stellen Änderungen: Dazu gehören eine Stabsstelle für Gleichberechtigung in der Parteizentrale, "familienfreundliche Sitzungszeiten" sowie "Fortbildungen zum Thema Gender".

Die SPD diskutiert derzeit über eine umfassende Reform. Hintergrund ist die historische Schlappe bei der Bundestagswahl, als die Partei mit Spitzenkandidat Martin Schulz nur auf 20,5 Prozent kam. Auf dem SPD-Parteitag im Dezember wird auch die Parteiführung neu gewählt, Schulz kandidiert erneut. Er will auf dem Parteitag zudem den Leitantrag zur Neuaufstellung der SPD präsentieren.

Schwesig sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, sie unterstütze Schulz "bei seinem Ziel, die Partei zu erneuern". Schwesig stellte sich auch hinter Schulz' umstrittenen Vorschlag, den Parteichef künftig direkt von der SPD-Basis wählen zu lassen. Zugleich mahnte sie, die "Frauen und ihre Themen auf allen Ebenen wieder stärker zu berücksichtigen".