Schwere Waldbrände in Russland - Warnung vor giftigem Rauch

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Ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten in der Region Jakutien.
Ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten in der Region Jakutien.

Seit Monaten kämpft Russland gegen Waldbrände. Meist wüten die Flammen fernab von Dörfern. Doch nun warnen die Behörden im Osten des Landes die Bewohner.

Jakutsk (dpa) - Die in Russland wütenden Waldbrände werden immer mehr zu einer Gefahr für die Menschen. Die Behörden der besonders betroffenen sibirischen Region Jakutien (Republik Sacha) im Osten des Landes warnten am Sonntag vor giftigem Rauch in mehr als 50 Dörfern.

Der Wind treibe den Qualm der Feuer auch in die Stadt Jakutsk. Die Bewohner der betroffenen Gebiete sollten deshalb im Freien Schutzmasken tragen sowie Türen und Fenster mit feuchten Tüchern abdichten, damit kein Rauch in die Häuser zieht.

Am Wochenende verschärfte sich die Situation noch einmal, nachdem die Feuerwehr zuvor Erfolge beim Löschen verkündet hatte. Nach Angaben des Zivilschutzes gab es am Sonntag in der Region Jakutien mehr als 180 Brände. Die Einsatzkräfte sprachen von einer «schwierigen Situation». Demnach standen rund 745.000 Hektar Waldfläche in Flammen. Das entspricht etwa der Hälfte der Fläche Schleswig-Holsteins.

Bilder zeigten, wie Feuerwehrleute gegen Brandherde kämpften, aber auch, wie sie in Pausen vor Erschöpfung im Gras schliefen. Die Behörden hätten den Ausnahmezustand verhängt, Wohnsiedlungen seien derzeit aber nicht gefährdet, hieß es. Es werde alles getan, um ein Übergreifen der Flammen auf Häuser zu verhindern.

6000 Feuerwehrleute landesweit im Einsatz

Feuer wüten auch in anderen Landesteilen Russlands. In der Nacht zum Sonntag wurden nach Angaben der Forstschutzbehörde mehr als 300 Brände auf einer Fläche von 853.000 Hektar gelöscht. Landesweit seien mehr als 6000 Feuerwehrleute und viele Löschflugzeuge im Einsatz.

Jedes Jahr stehen im flächenmäßig größten Land der Erde mit seinem für das Klima wichtigen Taiga-Waldgürtel riesige Baumbestände in Flammen. Dem russischen Notfallministerium zufolge gibt es dieses Jahr etwas weniger Brände als 2020.

Während einige Regionen auf Regen warten, haben andere Gebiete Russlands mit zu viel Wasser zu kämpfen: In der Region Chabarowsk nahe der Grenze zu China wurden laut Behörden am Samstag mehr als 100 Menschen zweier Dörfer in Sicherheit gebracht, weil ein Fluss über die Ufer trat. Das Wasser gehe mittlerweile wieder zurück.

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