Schweizer Finanzaufsicht greift bei Geldwäsche durch


Die schweizerische Finanzaufsicht Finma greift gleich doppelt durch: Wie die Aufseher am Donnerstag mitteilten, gingen sie gegen zwei verschiedenen Banken wegen Problemen bei der Bekämpfung von Geldwäsche vor. Bei der Schweizer Privatbank PKB zieht die Finma Gewinne in Millionenhöhe ein, weil die Bank Geschäfte mit zwei brasilianischen Unternehmen nicht ausreichend durchleuchtet haben soll. Auch die schweizerische Tochter der russischen Gazprom-Bank soll Geschäfte unzureichend abgeklärt haben. Ihr untersagten die Aufseher die Annahme neuer Privatkunden.

Im Fall der Privatbank PKB sehen es die Aufseher als erwiesen an, dass die Bank Geschäftsbeziehungen und Transaktionen mit dem zwei brasilianischen Unternehmen, dem halbstaatlichen Mineralölunternehmen Petrobras sowie dem Baukonzern Odebrecht, ungenügend abgeklärt und damit schwer gegen Geldwäschebestimmungen verstoßen hat. Die Bank habe mehrere Dutzend Geschäftsbeziehung in Zusammenhang mit den Affären geführt und teilweise millionenschwere Transaktionen ausgeführt. Die Finma ziehe unrechtmäßig erzielte Gewinne über 1,3 Millionen Franken ein und installiere einen Prüfer, hieß es in einer Mitteilung. Die Aufsicht hat in den Schmiergeldaffären insgesamt vier Verfahren gegen Schweizer Banken eröffnet. Drei sind mittlerweile abgeschlossen, eines läuft noch.

Die PKB Privatbank erklärte, der Fall gehe auf einen betrügerisch vorgehenden Angestellten zurück. Die Bank habe sich stets an höchsten Standards orientiert. Die Entscheidung der Finma beeinträchtige den Geschäftsbetrieb der Bank nicht.


Die schweizerische Tochter der Gazprom-Bank nahm die Finma dagegen im Zusammenhang mit den „Panama Papers“ unter die Lupe. Wegen möglicher Verletzungen der Geldwäschevorschriften hatte die Bank bei mehr als 30 Instituten so genannte Abklärungen vorgenommen. Die Aufseher untersuchten, wie die Gazprom-Bank ihren Sorgfaltspflichten bei der Verhinderung von Geldwäsche nachgekommen war - und zeigten sich vom Ergebnis wenig angetan. Die Bank habe zu wenig unternommen, um die Hintergründe von Geschäftsbeziehungen und Transaktionen abzuklären, teilte die Finma mit. Die Aufseher haben der Bank bis auf Weiteres verboten, neue Privatkunden anzunehmen.

Die Gazprom-Bank akzeptierte die Entscheidung der Aufsicht und betonte, dass die Maßnahmen sich ausschließlich um das Geschäft mit Privatkunden drehten. Die Bank sei aber hauptsächlich im Firmenkundengeschäft tätig. Nach der Publikation der Panama-Papers habe man sofort eine Untersuchung eingeleitet und Maßnahmen für eine striktere Compliance ergriffen.