Schweinemastbetrieb auf ehemaligem KZ-Gelände in Tschechien wird geschlossen

Tschechien schließt Schweinemast auf früherem KZ-Gelände

Nach jahrelangem Streit wird eine Schweinemastanlage auf dem Gelände eines ehemaligen NS-Konzentrationslagers in Tschechien geschlossen. Der Betrieb werde Ende Februar eingestellt, teilte die Europäische Antirassistische Bewegung (Egam) mit. Ein entsprechendes Abkommen sei am Freitag in Prag unterzeichnet worden.

In dem NS-Lager in Lety südlich der Hauptstadt Prag waren zwischen August 1942 und Mai 1943 etwa 1300 Roma und Sinti interniert. Die meisten von ihnen wurden anschließend in das NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Knapp 330 Roma, darunter über 240 Kinder, starben bereits in Lety, viele an Typhus. Insgesamt wurden unter den Nationalsozialisten etwa 90 Prozent der tschechischen Roma getötet.

Tschechische und ausländische Menschenrechtsaktivisten hatten seit Jahren die Schließung der Schweinefarm gefordert, die zu Zeiten des Kommunismus in den 1970er Jahren auf dem früheren KZ-Gelände gebaut worden war. Im November kaufte die tschechische Regierung schließlich den Mastbetrieb im Besitz des Agpi-Agrarkonzerns für umgerechnet knapp 18 Millionen Euro. Die Egam und das Museum für Roma-Kultur in Brünn (Brno) wollen dort nun einen Gedenkort einrichten.