Schwedischer Nationalspieler wird nach Deutschland-Sieg rassistisch beleidigt

Jimmy Durmaz' Foul führte zu Freistoß in 95. Minute

Nach seinem verhängnisvollen Foul zum Ende des WM-Spiels gegen Deutschland ist der schwedische Fußball-Nationalspieler Jimmy Durmaz rassistischen Beleidigungen und sogar Todesdrohungen ausgesetzt gewesen. Durmaz reagierte gelassen: "Wenn man das schon immer erlebt hat, ist es keine große Sache", erklärte der Fußballer, dessen Eltern aus der Türkei eingewandert waren.

Die schwedische Nationalelf stellte sich hinter Durmaz. "Man kann nichts Schlechtes über ihn sagen", sagte Albin Ekdal der Zeitung "Aftonbladet". "Man gewinnt als Team und man verliert als Team." John Giudetti sagte, Durmaz sei die ganze Zeit gerannt und habe gekämpft. "Es war Pech."

Der schwedische Fußballverband kündigte an, die beleidigenden Nachrichten auf sozialen Medien an die Polizei weiterzuleiten. Verbands-Sekretär Hakan Sjöstrand nannte die verbalen Angriffe auf Durmaz "extrem skandalös" und "völlig inakzeptabel". "Wir tolerieren es nicht, dass ein Spieler Drohungen und Beleidigungen ausgesetzt ist", erklärte Sjöstrand auf der Internetseite des Fußballverbands.

Auch der Sportjournalist Patrick Ekwall übte scharfe Kritik. "Dass verrückte Menschen unverhohlen rassistisch gegen Jimmy Durmaz wüten, sagt leider sehr viel über die Welt aus, in der wir leben", schrieb Ekwall beim Kurzbotschaftendienst Twitter.

Durmaz' Foul hatte zu dem Freistoß von Toni Kroos geführt, den der Real-Madrid-Kicker kurz vor dem Schlusspfiff zum Siegtreffer verwandelte.