Schwedischer Geheimdienst warnt vor russischer Spionage und Sabotage

STOCKHOLM (dpa-AFX) -Der schwedische Nachrichtendienst Säpo rechnet mit zunehmenden russischen Geheimdienstaktivitäten im Land. Russlands Einmarsch in die Ukraine habe die europäische Sicherheitsordnung und auch die Sicherheitslage in Schweden grundlegend verändert, teilte die Säpo am Dienstag mit. Sie warnte davor, dass Russland stärker als zuvor mit Hilfe russischer Bürger, Institutionen und Unternehmen in Schweden sowie Cyber-Angriffen an Informationen gelangen wolle und sich Sabotage, Desinformationen und gewaltbereiten Extremisten bedienen könnte, um die schwedische Gesellschaft zu destabilisieren.

Besonders bei der Energieversorgung, Telekommunikation und dem Transport von kritischen Gütern müsse man sich vor Spionage und Sabotage in Acht nehmen, schrieb die Säpo. Angriffe gegen Schweden in diesen Sektoren könnten auch Schäden für das übrige Europa bedeuten.

"Das Vorgehen des russischen Regimes ist unvorhersehbar und Russland stellt auch eine ernsthafte Bedrohung für Schwedens innere Sicherheit dar", erklärte Säpo-Chefin Charlotte von Essen. Man müsse diese Bedrohung aus der Perspektive betrachten, dass Russland Schweden als Teil Europas und auch Teil der Nato ansehe. "Wir können damit rechnen, dass russische sicherheitsgefährdende Aktivitäten gegen Schweden zunehmen", stellte sie fest.

Schweden und Finnland hatten im Mai 2022 Antrag auf eine Aufnahme in die Nato gestellt. 28 der 30 Nato-Mitglieder haben dies ratifiziert, der Prozess hängt derzeit aber an einer Blockade der Türkei fest.

Ende September waren nach Explosionen nahe der dänischen Ostsee-Insel Bornholm insgesamt vier Lecks an den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 entdeckt worden. Sie lagen in internationalen Gewässern in den Ausschließlichen Wirtschaftszonen Dänemarks und Schwedens. Säpo und schwedische Staatsanwaltschaft hatten im November bei Ermittlungen festgestellt, dass es sich um schwere Sabotage handelte - ohne jedoch einen Schuldigen zu benennen.