Taktik gegen Schweden: So muss Deutschland spielen

Das DFB-Team trifft im zweiten Spiel der Gruppe B auf Schweden (Sa., 20 Uhr im Liveticker). Die Skandinavier stellen das deutsche Team vor andere Probleme, als es Mexiko getan hat. Yahoo Sport blickt auf die wichtigsten taktischen Punkte der vorentscheidenden Partie voraus.

Joachim Löw wird dem DFB-Team andere taktische Aufgaben geben. (Bild: Getty Images)

“Überrascht” wurde das DFB-Team laut Aussagen des Trainerteams von Gegner Mexiko. Nun war eine Überraschung durch die Mittelamerikaner allerdings gar nicht so überraschend. Trainer Juan Carlos Osorio gilt unter Experten als Trainer, der seinen Spielern einiges an Flexibilität abverlangt.

Mit dem schwedischen Team von Trainer Janne Andersson erwartet die deutsche Nationalmannschaft eine gänzlich andere Herausforderung. Die Skandinavier definieren sich über eine andere Herangehensweise als Mexiko – und stellen auch einen anderen Schwierigkeitsgrad dar.

Dies beginnt bereits bei einer deutlich höheren Berechenbarkeit. Andersson hat sich seit geraumer Zeit auf eine Startelf festgelegt und verfolgt in der Regel eine klare Marschroute. Diese war auch gegen Südkorea phasenweise zu beobachten.

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Schweden nehmen Tempo aus der Partie

Schweden verteidigt im Regelfall sehr diszipliniert in einer 4-4-2-Formation. Die Spieler befinden sich dabei allesamt hinter dem Ball. Der Gegner darf dementsprechend lange aufbauen, das Spiel wird langsam und verliert oft an Tempo.

Das ist die deutsche Mannschaft bereits aus den letzten Jahren gewohnt. Viele Gegner greifen gegen das DFB-Team auf eine engmaschige und eher passive Defensive zurück. Das bringt lange Ballbesitzzeiten für das deutsche Team.

Ein Wechsel zu einer Dreierkette, den die Bild im Training der Nationalmannschaft beobachtet haben will, wäre somit nicht unwahrscheinlich. Sicher ist, dass Löw mit drei Spielern aufbauen lassen wird. Dies kann allerdings auch durch einen fallenden Sechser geschehen.

Dreierkette im Aufbau ist zu erwarten

Zu erwarten ist, dass Toni Kroos neben die beiden Innenverteidiger der Viererkette fällt und von dort das Spiel eröffnet. Die Außenverteidiger können dann höher schieben und Schweden somit zurückdrängen.

Die Deutschen werden dann versuchen, sich an den beiden Stürmer Schwedens vorbeizuspielen. Dies entspricht durchaus der Taktik der Skandinavier, die durch eine enge Zentrale dem Gegner anbieten, nach außen zu spielen.

Dort werden dann die Außenverteidiger gestellt und dazu verleitet, den Ball in das Zentrum zu passen. Dort wird Druck hergestellt und nach Möglichkeit der Ball gewonnen, um dann schnell die Stürmer zu suchen und einen Konter zu spielen.

Warum Gomez und Özil wichtig werden

Auf das deutsche Team wartet ein Geduldsspiel. Durch Ballbesitz wird es darum gehen, Lücken zu öffnen und diese anschließend mit Tempo anzugreifen. Löw probierte im Training wohl eine Variante mit Toni Kroos, Ilkay Gündogan und Sami Khedira zugleich im Mittelfeld.

Das wäre insofern interessant, als dass die Schweden im Zentrum in Unterzahl geraten würden. Gleichzeitig fällt dann die Integration von Mesut Özil schwer, der mit seiner Kreativität und Ruhe in engen Räumen ein Segen für das deutsche Angriffsspiel sein könnte.

Im Sturm darf Mario Gomez auf eine Chance hoffen. Der Mann vom VfB Stuttgart hat gute Chancen, weil Rivale Timo Werner wohl lange Zeit nicht genug Räume vorfinden wird, in die er starten kann. Dann wäre der etwas durchsetzungsfähigere Gomez eine gute Wahl.

Konterabsicherung das A und O

Entscheidend für Erfolg oder Misserfolg wird derweil die Konterabsicherung werden. Gegen Mexiko zeigte das DFB-Team dort große Schwächen, allerdings sind die Schweden nicht derart temporeich wie der erste Gruppengegner.

Je tiefer das Team von Joachim Löw den Gegner drücken kann, desto weiter werden die Wege für Schweden werden. Verlassen die beiden Sechser dann das Zentrum nicht derart weit wie gegen Mexiko, können die Angriffe gut abgesichert werden und Schweden wird Probleme bekommen.

Damit dürften die Gegenangriffe gut unter Kontrolle sein. Deutschland erwartet gegen Schweden eine bekannte Situation, die das Team schon mehrfach zu bewältigen hatte. Alles andere als ein Sieg gegen die Skandinavier wäre dann doch eine Überraschung. Nicht nur für das Trainerteam.