Schwarzer Freitag für Amazon - 2300 deutsche Mitarbeiter streiken

Amazon-Mitarbeiter haben an den sechs großen deutschen Standorten und erstmals auch im europäischen Ausland gestreikt.

Die deutschen Beschäftigten folgten in dem seit über vier Jahren andauernden Tarifstreit einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi.

Verdi fordert einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels, doch der Konzern stellt sich beharrlich quer.

Laut Verdi beteiligten sich in fünf Bundesländern insgesamt rund 2300 Mitarbeiter an dem Ausstand.

Eine Frau sagte:"Es geht darum, dass Amazon uns den Tarifvertrag verweigert. Konsequent."

Ein Mann ergänzte:"Wir leisten gute Arbeit und wollen dafür gut entlohnt werden. Dafür stehen wir hier auf der Straße."

Für die Streks wurde bewusst der umsatzstarke Rabatt-Aktionstag "Black Friday" gewählt. Das Amazon-Weihnachtsgeschäft sei durch den Streik nicht in Gefahr, sagte Verdi-Sprecher Thomas Voß:"Im Augenblick ist es so, dass ein erheblicher Teil der Beschäftigten drin bleibt und arbeitet. Vor allen Dingen diejenigen, die nur befristet eingestellt werden, oder als Saisonkräfte oder Leiharbeiter nur kurzfristig für Amazon tätig sind. Und so kann Amazon das einigermaßen durchstehen, und wir haben das Gefühl, dass sie versuchen, die Streiks auszusitzen und darauf zu spekulieren, dass wir irgendwann resignieren. Aber es sieht im Moment nicht danach aus und heute haben wir erfreulicherweise auch den ersten Streik, an dem nicht nur deutsche Standorte teilnehmen, sondern mit Piacenza in Italien auch den ersten europäischen Standort außerhalb der deutschen Grenzen."

An fünf deutschen Standorten und im Verteilzentrum im norditalienischen Piacenza sollte der Arbeitskampf bis einschließlich Samstag weitergehen.

Verdi fordert seit viereinhalb Jahren vergeblich einen Tarifvertrag für die über 12.000 festangestellten Mitarbeiter des US-Konzerns in Deutschland.