Schwarz bestimmt roten Teppich der Bafta-Filmpreisverleihung in London

Die Farbe Schwarz hat den roten Teppich vor der Verleihung der britischen Bafta-Filmpreise geprägt

Die Farbe Schwarz hat den roten Teppich vor der Verleihung der britischen Bafta-Filmpreise bestimmt: Die meisten Schauspielerinnen trugen zu der Gala am Sonntagabend in London als Zeichen der Solidarität mit den Opfern sexueller Belästigung schwarze Kleider. In den USA hatte es im Januar bei der Verleihung der Golden Globes ebenfalls ein Meer aus schwarz gekleideten Filmschaffenden gegeben.

In London erschien Hollywood-Star Angelina Jolie in einem schlichten schwarzen Kleid. Die mexikanische Schauspielerin Salma Hayek trug eine mit Glitzer-Bumen verzierte schwarze Robe. Hayek hatte im Dezember öffentlich gemacht, dass sie von dem Ex-Produzenten Harvey Weinstein massiv sexuell belästigt und erniedrigt wurde. Sie bezeichnete ihn als "mein Monster". Jolie hatte ebenfalls gesagt, von Weinstein sexuell belästigt worden zu sein.

Auch das britische Königshaus war vertreten: Die schwangere Herzogin Catherine hatte sich allerdings für eine dunkelgrüne Abendrobe entschieden. Sie kam in Begleitung von Prinz William zu der Preisverleihung in der Royal Albert Hall.

Vor der wichtigsten britischen Filmpreisgala hatte die Schauspielerin Emma Watson die Gründung eines Hilfsfonds für die Opfer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz angekündigt. Die Britin spendete dafür eine Million Pfund (rund 1,1 Millionen Euro). Der Fonds wurde in einem offenen Brief angekündigt, den 200 britische und irische Schauspielerinnen unterzeichnet hatten, darunter Kate Winslet, Emma Thompson, Kristin Scott Thomas, Keira Knightley und Saoirse Ronan.

In Hollywood hatten bereits im Januar mehr als 300 Schauspielerinnen, Autorinnen, Regisseurinnen und andere Frauen aus der US-Unterhaltungsindustrie eine ähnliche Initiative gestartet. Zu Time's Up gehören Schauspielerinnen wie Cate Blanchett, Natalie Portman und Meryl Streep.

Die Initiative ist eine Folge des Skandals um den einst mächtigen Hollywood-Produzenten Weinstein, der mehr als hundert Frauen sexuell belästigt und einige von ihnen vergewaltigt haben soll. Seit Bekanntwerden des Falls im Oktober wurden Missbrauchsvorwürfe gegen dutzende weitere Mitarbeiter der US-Filmindustrie sowie gegen Politiker, Medienvertreter und Wirtschaftsbosse erhoben.

ogo