Aktienmarkt geht die Puste aus


Der deutsche Leitindex Dax fiel um 0,4 Prozent auf 13.184 Punkte, der Euro Stoxx 50 verlor 0,3 Prozent auf 3611 Zähler. „Die Trendumkehr gestern im US-Handel und auch die hohen Schwankungen im europäischen Schlussgeschäft haben die Anleger verunsichert“, sagte ein Händler am Mittwoch. Das sei ein Zeichen für die wachsende Nervosität der Anleger. Bei Bitcoin setzte sich der Ausverkauf fort. Die Cyberwährung rutschte unter 10.000 Dollar, ein Abschlag von knapp 20 Prozent.

Belastend wirkt sich an den europäischen Märkten seit Tagen der starke Euro aus. Die Gemeinschaftswährung kletterte in der Nacht auf ein Drei-Jahres-Hoch von 1,2322 Dollar. Gewinnmitnahmen drückten sie dann wieder um fast einen US-Cent, doch behauptete sie sich über der Marke von 1,22 Dollar. Die verbesserten Konjunkturaussichten für Europa und Spekulationen auf einen nahenden Ausstieg der EZB aus der ultra-lockeren Geldpolitik haben den Euro seit Jahresbeginn gestützt. Mit der Aufwertung verschlechtern sich die Wettbewerbschancen der europäischen Exportunternehmen auf dem Weltmarkt.

Im Dax gaben die Vorzugsaktien von Volkswagen trotz eines Absatzrekordes 2017 um 1,7 Prozent nach, waren allerdings am Tag zuvor auf den höchsten Stand seit August 2015 geklettert. Im deutschen Handel waren die Papiere von Europas größtem Online-Modehändler Zalando gefragt, die nach der Vorlage von Zahlen um über drei Prozent zulegten und damit die MDax-Spitze übernahmen.

Im TecDax rückte S & T mit vorläufigen Zahlen und Aussagen zum neuen Jahr in den Blick. Die Aktien sanken um 1,3 Prozent. Das österreichische Technologie-Unternehmen ist nach Zuwächsen 2017 auch zuversichtlich für das laufende Geschäftsjahr.



Bei Aktienanlegern gab es vor allem in London lange Gesichter: So nahmen sie beim Traditionskonzern Burberry Reißaus, was die Aktien um über sieben Prozent in die Tiefe drückte und damit ans Ende des "Footsie". Dem Modekonzern liefen im Weihnachtsgeschäft in Europa die Kunden davon. Im Vergleich zu Rivalen wie Hugo Boss sei die Umatzentwicklung enttäuschend, sagte ein Händler. Ebenfalls auf Talfahrt waren die Aktien des Fachverlags Pearson mit einem Abschlag von mehr als sechs Prozent. Der frühere Herausgeber der "Financial Times" leidet vor allem unter schlecht laufenden Geschäften in Nordamerika, was die Gewinne im laufenden Jahr schmälern könnte.

Im Euro Stoxx 50 führten ASML mit einem Plus von über fünf Prozent die Favoritenliste an. Der niederländische Chip-Ausrüster rechnet nach einem Gewinnsprung auch für das laufende Jahr mit florierenden Geschäften. Ebenfalls gefragt waren in Paris die Aktien von Alstom, die um knapp drei Prozent zulegten. Der französische Bahntechnik-Konzern hat vor der geplanten Fusion mit der Zugsparte von Siemens für das dritte Geschäftsquartal ein Umsatzplus von über sechs Prozent ausgewiesen.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,37 Prozent am Vortag auf 0,36 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 140,00 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,04 Prozent auf 160,90 Punkte. Den Kurs des Euro hatte die Europäische Zentralbank am Vortag auf 1,2230 (Montag: 1,2277) Dollar festgelegt.

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