Bayer geht geschwächt in die Fusion mit Monsanto

Die Verschuldung des Pharma- und Chemiekonzerns geht zurück, doch alle zentralen Kennziffern von Bayer sind im ersten Quartal rückläufig.


Der Pharma- und Agrarchemiekonzern hat am Donnerstagmorgen Ergebnisse für das erste Quartal vorgelegt. Die wichtigsten Fakten:

  • Der Umsatz geht nominal um 5,6 Prozent auf 9,14 Milliarden Euro zurück. Grund war der schwache Dollar. Ohne Wechselkurseffekte kommt Bayer auf ein Umsatzplus von zwei Prozent.
  • Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda vor Sondereinflüssen) sinkt um 5,2 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro. Währungsbereinigt bedeutet dies Stagnation.
  • Währungseffekte werden Bayer auch im Jahresverlauf belasten. Der Ausblick wurde gesenkt.

Der schwache Dollar hat im operativen Geschäft von Bayer deutliche Spuren hinterlassen. Alle zentralen Kennziffern des Leverkusener Konzerns sind im ersten Quartal 2018 rückläufig.

Bayer geht damit in vergleichsweise schwacher Verfassung in die Fusion mit Monsanto. Die Übernahme soll bis Mitte Juni abgeschlossen sein. Neuigkeiten zum Kartellprozess oder zur anstehenden Kapitalerhöhung gab es am Donnerstag nicht.

Das fällt positiv auf


Immerhin: Zwar verdiente die Agrarchemiesparte Cropscience bei sinkendem Umsatz ebenfalls weniger. Der bereinigte Betriebsgewinn war aber mit 1,1 Milliarden Euro ein gutes Stück über den Prognosen. In der Bilanz hat Bayer im ersten Quartal weiter aufgeräumt.

Die Einnahmen aus dem Verkauf von Aktien der ehemaligen Tochter Covestro wurden in den Schuldenabbau gesteckt. Die Nettoverschuldung betrug Ende März nur noch 1,65 Milliarden Euro. Zudem bewies Bayer im ersten Quartal, dass der Konzern genug eigene Mittel erwirtschaften kann. Der operative Cashflow erhöhte sich um 19,4 Prozent auf 658 Millionen Euro.

Das fällt negativ auf

Gegen den negativen Einfluss durch Währungseffekte kann Bayer wenig tun. Allerdings kommt der Konzern auch auf bereinigter Basis kaum vom Fleck. Rechnet man Währungs- und Portfolioeffekte heraus, wuchs der Umsatz um zwei Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda vor Sondereinflüssen) erreichte jedoch auch ohne Wechselkurseffekte nur Vorjahresniveau.


Hier zeigt sich, dass Bayer weiter mit Problemen im Geschäft mit freiverkäuflichen Medikamenten kämpft. In der Consumer-Health-Sparte lag der bereinigte Betriebsgewinn mit 313 Millionen Euro unter den Erwartungen der Analysten.

Die Pharmasparte machte ebenfalls weniger Gewinn, er lag mit 1,42 Milliarden Euro aber innerhalb der Erwartungen. Insgesamt kommt Bayer auf einen stagnierenden bereinigten Betriebsgewinn von 2,89 Milliarden Euro, was leicht über den Analystenerwartungen liegt.

Wie es weitergeht

Für das Gesamtjahr 2018 hat Bayer die Ziele gesenkt. Nominal erwartet der Konzern nun einen Umsatzrückgang im unteren einstelligen Prozentbereich – bisher ging er von Stagnation bei 35 Milliarden Euro aus. Für den bereinigten Betriebsgewinn rechnet Bayer entsprechend mit einer Verringerung im unteren einstelligen Prozentbereich.

Bayer muss die Ziele allein wegen der negativen Währungseffekte anpassen, allen voran wird der schwache Dollar wohl auch im Jahresverlauf die Ergebnisse belasten. Rechnet man diese Effekte heraus, sieht sich Bayer bei den Zielen auf Kurs.