Nach schwachem Jahr: Alfa Romeo schließt Abschied von Ferrari nicht aus

Norman Fischer
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Die auferlegten Anpassungen bei den Motoren in der Formel-1-Saison 2020 haben nicht nur Ferrari selbst getroffen, sondern auch die Kundenteams Alfa Romeo und Haas. Gerade einmal elf Punkte konnten beide Rennställe zusammen einfahren, 2019 holte alleine Alfa Romeo noch 57 Zähler. "Die Resultate haben uns geschockt", sagt Teamchef Frederic Vasseur gegenüber der Schweizer Zeitung 'Blick'.

Darauf angesprochen, ob der lahme Ferrari-Motor die Hauptschuld für den Absturz trage, wehrt sich Vasseur nicht: "Groß widersprechen kann ich Ihnen nicht", sagt er und beziffert den Zeitenverlust auf 0,3 bis 0,4 Sekunden pro Runde.

Natürlich macht man sich auch in Hinwil so seine Gedanken, wie es in den kommenden Jahren weitergehen soll. "An Ferrari sind wir bis Ende 2021 gebunden. Dann müssen wir über die Bücher, denn der nächste Vertrag sollte wegen der neuen Autos von 2022 bis 2026 abgeschlossen werden", sagt Vasseur.

Dabei schließt der Franzose auch nicht aus, dass sich der von Sauber geführt Rennstall nach zwölf Jahren einen neuen Motorenpartner suchen könnte: "Es ist wie mit einer Ehe. Niemand garantiert dir, dass du ewig mit der gleichen Frau zusammen bleibst", deutet Vasseur an, dass die langjährige Partnerschaft mit der Scuderia nicht in Stein gemeißelt ist.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte es Anzeichen gegeben, dass Ferrari seinen Fokus in Zukunft eher auf Haas legen könnte. Nach dem geplanten Freitagstraining von Mick Schumacher am Nürburgring für Alfa Romeo war sich die Formel-1-Welt sicher, dass der Deutsche beim Team aus Hinwil platziert werden würde.

2021 fährt der Formel-2-Meister jedoch beim Haas-Team, das mit Chassis-Leiter Simone Resta eine namhafte Personalie von Ferrari als Verstärkung in der Führungsebene bekommt. Alfa Romeo bleibt in der kommenden Saison bei seinem Fahrerduo Kimi Räikkönen/Antonio Giovinazzi.

Derweil betont Vasseur, dass es in einer Beziehung immer Höhen und Tiefen gibt. "Also müssen wir uns fragen: Was ist der beste Deal? Bis jetzt war Ferrari meist ein solider Partner."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.