Gladbachs Achterbahnfahrt lässt Hecking ratlos zurück

Dieter Hecking ist seit einem knappen Jahr Trainer von Borussia Mönchengladbach

Lars Stindl blickte kurz auf die Tabelle, dann schüttelte er etwas ungläubig den Kopf. "Um einen ganz großen Schritt zu machen, hätten wir gewinnen müssen", sagte der Nationalspieler von Borussia Mönchengladbach nach dem enttäuschenden 1:1 (0:1) gegen den FSV Mainz 05. (DATENCENTER: Die Tabelle)

Stindl stellte richtigerweise aber auch fest: "Einen Sieg hätten wir nicht verdient gehabt."

"Erste Halbzeit verschlafen"

Dem fünfmaligen deutschen Meister mangelt es in dieser Saison noch etwas an Konstanz. Starken Auftritten wie zuletzt beim Auswärtssieg in Hoffenheim folgen immer wieder Rückschläge.

Durch das Unentschieden gegen die seit Februar auswärts sieglosen Mainzer verpasste die Borussia den Sprung auf einen Europacupplatz. "Wir haben uns das ein bisschen anders vorgestellt", sagte Stindl, Trainer Dieter Hecking sprach von "Entwicklungsphasen".


Besonders im heimischen Borussia-Park haben die Gladbacher Probleme gegen defensiv gut stehende Gegner. Bezeichnend, dass Jannik Vestergaard (67.) nach einer Standardsituation die dritte Heimniederlage der Saison verhinderte.

Besonders in den ersten 45 Minuten wirkten die Gastgeber hilf- und ideenlos. "Die erste Halbzeit haben wir verschlafen", sagte Torhüter Yann Sommer, der beim Gegentreffer von Abdou Diallo (19.) gepatzt hatte.  (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)

Stindl gibt Kontakt zu

Hecking konnte sich den schwachen Auftritt seiner Mannschaft nicht erklären. "Die Balance in unserem Spiel stimmte nicht. Wir haben Mainz viele Räume gegeben. Mehr als ein Punkt war heute nicht möglich. Unserem Spiel hat viel gefehlt", sagte Hecking. Stindl monierte derweil, dass man im letzten Drittel "keine Lösung" gefunden habe.

Während die Gladbacher über das Unentschieden sogar froh sein mussten, sprach der starke Jean-Philippe Gbamin von "zwei verlorenen Punkten". Auch weil die Mainzer nach einem Foul von Stindl an Gbamin einen Elfmeter verweigert bekamen.


"Ich touchiere ihn. Da war ein bisschen Glück dabei", gab Stindl zu. Einem Mainzer Tor zum vermeintlichen 2:0 durch Levin Öztunali wurde allerdings zurecht die Anerkennung verweigert.

Zentners Slapstick

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Für die Slapstick-Einlage des Spiels sorgte unterdessen FSV-Schlussmann Robin Zentner. Der Ersatz des verletzten Rene Adler wollte den Ball nach vorne schlagen, dieser war ihm allerdings zuvor unter dem Fuß durchgerutscht.

Der Schlussmann verwechselte dann wohl den Elfmeterpunkt mit dem Ball und fabrizierte ein Luftloch. "So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich war mir sicher, dass er vor meinen Füßen liegt. Irgendwann werde ich darüber lachen können, derzeit ärgert es mich aber noch ein bisschen", sagte Zentner.

Mainz wartet nun seit elf Auswärtsspielen auf einen Sieg. Trainer Sandro Schwarz war dennoch mit "der Art und Weise unseres Auftritts sehr zufrieden". Am Ende sei man näher am 2:1 dran gewesen. Widerspruch gab es keinen.