Schutzquote bei Asylbewerbern aus dem Maghreb deutlich gestiegen

Flüchtlinge 2015 in Thüringen

Die Schutzquote für Asylbewerber aus den Maghreb-Staaten ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) für den Zeitraum von Januar bis Ende August 2017 hervor, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen. Darüber hatte am Dienstag zuerst die "Rheinische Post" berichtet.

Bei Marokkanern stieg die Schutzquote laut Bamf von 3,6 Prozent im Gesamtjahr 2016 auf 6,3 Prozent in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres, bei Algeriern von 2,7 auf 3,6 Prozent und bei Tunesiern von 0,8 auf 3,5 Prozent.

Die weitaus überwiegende Zahl der Anträge wurde demnach aber gleichwohl weiterhin abgelehnt oder erledigte sich aus anderen Gründen, zum Beispiel durch eine Zurücknahme des Asylantrags oder durch Überstellung in ein anderes EU-Land. Die sogenannte Gesamtschutzquote erfasst diejenigen Asylbewerber, die als Flüchtlinge anerkannt werden oder zumindest den eingeschränkten subsidiären Schutz erhalten, sowie diejenigen, bei denen ein Abschiebeverbot ergeht.

Die Zahl der Menschen aus den Maghreb-Staaten, die in Deutschland einen Asylantrag stellten, ging im Jahresvergleich den Angaben des Bamf zufolge allerdings zurück. Bei Marokkanern sank die Zahl von 4156 auf 1662, bei Algeriern von 3761 auf 1529 und bei Tunesiern von 974 auf 326.

Die neuen Zahlen könnten in der Debatte über die Ausweisung der Maghreb-Staaten als sogenannte sichere Herkunftsländern eine Rolle spielen. Darauf drängt vor allem die CDU/CSU, während die Grünen eine solche Ausweisung bislang überwiegend ablehnen.