So schützen Sie Ihr Facebook-Konto vor Datenklau

Viele Nutzer haben derzeit das Vertrauen in Facebook verloren. Bild: reuters/Dado Ruvic/Illustration

Facebook erlebt gerade den größten Datenskandal seiner Geschichte, viele User sind verunsichert. Dennoch – nicht jeder möchte sein Konto aufgrund der derzeitigen Negativschlagzeilen gleich löschen. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihr Facebook-Konto vor Datenklau schützen können.

In der Debatte um den Datenklau bei Facebook werden immer mehr Stimmen laut. Das soziale Netzwerk steht am Pranger, unter dem Hashtag #deletefacebook mehren sich im Netz Aufrufe, Facebookkonten zu deinstallieren. Immer mehr Menschen geht es offenbar gegen den Strich, wie lax Facebook mit ihren persönlichen Daten umgeht, wie wenig es die Nutzer darüber informiert, was eigentlich mit den Profilinformationen geschieht. Mit einigen Tipps können jedoch auch diejenigen, die nicht gleich ihr Konto deaktivieren oder löschen möchten, ihre Datensicherheit verbessern.

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Werbeeinstellungen kontrollieren
Wer kennt das nicht: Man klickt auf eine Reiseseite und bekommt kurz darauf auf Facebook Hoteltipps angezeigt  – diese personalisierte Werbung kann man jedoch unterbinden. Unter „Einstellungen“ kann man im Bereich „Werbeanzeigen“ festlegen, dass Facebook-Werbung  künftig nicht mehr auf Grundlage des Besuchs anderer Webseiten angezeigt wird.  Ebenfalls kann man hier bestimmen, ob Facebookfreunde die eigenen „Gefällt mir“-Angaben sowie andere Interaktionen in Zusammenhang mit Werbeanzeigen verfolgen können. Dazu in den Werbeeinstellungen bei „Meine sozialen Handlungen bezüglich meiner Werbeanzeigen einbeziehen für…“ auf „Niemand“ klicken.

Mit wenigen Klicks ändern Sie die Einstellungen für Werbeanzeigen. Screenshot: Facebook

Überprüfen Sie Zugriffsrechte für Apps
Nicht vergessen: Wer auf Facebook andere Apps verwendet oder Spiele spielt, gewährt diesen Anbietern meist automatisch Zugriff auf die eigenen Daten. Viele Nutzer wissen jedoch nicht, welche Rechte sie Apps auf Facebook genau erteilen. Dazu heißt es auf Facebook: „Auf Facebook sind dein Name, Profilbild, Titelbild, Geschlecht, Benutzername, deine Netzwerke und Nutzer-ID für Personen und Apps immer öffentlich verfügbar. Apps haben außerdem Zugriff auf deine Freundesliste und alle weiteren Informationen, die du öffentlich machst.“
Im Bereich „Einstellungen“ können Sie im Menü auf der linken Seite mit Klick auf den Bereich „Apps“ den Zugriff von Anwendungen und Spielen jedoch beeinflussen.

Auch der praktische Login mit dem Facebook-Profil bei anderen Apps wie etwa Instagram führt dazu, dass diese Anwendungen Zugang zu persönlichen Daten des User bekommen. Um das zu verhindern, sollte man ebenfalls im Bereich “Einstellungen/Apps” Facebook den Zugriff entziehen und sich für jede App neue Login-Informationen einrichten. Apps, die in dieser Menüansicht auftauchen und die man ohnehin nicht nutzt, sollte man bei dieser Gelegenheit am besten komplett entfernen.

Screenshot: Facebook

Was viele vergessen: Auch von Freunden verwendete Apps können die eigenene personenbezogenen Daten an Dritte weitergeben. Das können für Freunde einsehbare Informationen wie Geburtsdatum, Infos zu Familie und Beziehungen, Angaben zu Wohnort, Ausbildung, Beruf und Interessen sein. Um das zu verhindern, kann man in der Rubrik “Von anderen Nutzern verwendete Apps” genau ankreuzen, auf welche Informationen die Apps von Freunden zugreifen dürfen – oder eben nicht. Im Bereich „App-Sichtbarkeit“ lässt sich zudem einrichten, wer auf Facebook sehen darf, dass Sie eine bestimmte App nutzen.

Browserdaten und Cookies löschen
Ein weiterer simpler Trick, um Datensammlern das Leben etwas schwerer zu machen: Browserdaten und Cookies regelmäßig löschen. So können Sie zumindest zeitweise verhindern, dass durch sogenannte Tracker sensible Daten mitgeschnitten werden.

Privatsspähreeinstellungen kontrollieren
Ebenfalls unter “Einstellungen” können Sie bestimmen, wer genau die Beiträge auf ihrer Facebookseite sehen kann – generell kann man die Einstellung jedoch auch für jeden Post individuell verändern. Wer nicht mehr sicher ist, welche Beiträge er für wen freigegeben hat, kann dies im Nachhinein im Aktivitätenprotokoll des eigenen Profils überprüfen, das sich neben Ihrem Namen oben rechts im Titelbild befindet.

Screenshot: Facebook

Das Facebook-Profil deaktivieren oder löschen
All diese Tipps können die Wahrscheinlichkeit eines Datenmissbrauchs selbstverständlich nur vermindern – eine Garantie auf Datensicherheit bieten sie nicht. Wer kein Vertrauen mehr in soziale Netzwerke wie Facebook hat, dem bleibt in letzter Konsequenz nur die Löschung des Benutzerkontos. Doch wie funktioniert das eigentlich?
Deaktivieren – und jederzeit reaktivieren – lässt sich ein Konto über die Facebook-Einstellungen.
Eine dauerhafte Löschung kann man hingegen nur im Hilfe-Bereich der Seite anfordern – dafür muss man jedoch etwas Geduld mitbringen. Es kann laut Facebook bis zu neunzig Tage dauern, bis alle Daten entfernt worden sind.

Screenshot: Facebook