Schutz im Corona-Herbst: Experte fordert zur Grippe-Impfung auf

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Vor lauter Fragen und Streit um die Impfung gegen Corona ist sie bei vielen ein wenig in Vergessenheit geraten: die Grippe-Impfung. Das ist ein Problem, sagt Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes. Er hat nun mehr öffentliche Unterstützung für Grippe-Impfungen gefordert. Denn auch diese Immunisierung entlaste das Gesundheitssystem.

„Das Wichtigste für den zweiten Corona-Herbst wird sein, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen, und das nicht nur gegen das Corona-Virus, sondern auch gegen die Grippe“, sagte Weigeldt am Dienstag, 14. September, im Gespräch mit der "Rheinischen Post". Die Influenza-Impfung dürfe keineswegs vergessen werden, auch sie trage entscheidend zum Schutz der Bevölkerung wie auch zur Entlastung des Gesundheitswesens bei. „Es muss daher alles daran gesetzt werden, dass auch hier den Praxen logistisch wie organisatorisch keine Steine in den Weg gelegt werden.“

Corona-Warnwerte seien „sehr ungenau“

Es sei wünschenswert, dass die Corona- wie die Influenza-Impfung möglichst zeitgleich verabreicht werden könnten, sagte der Chef des Hausärzteverbandes. „Auf regionale Lieferengpässe, wie sie in der Vergangenheit oft der Fall waren, können wir zudem gut und gerne verzichten“, so Weigeldt.

Daneben kritisierte er den eingeschränkten Blick auf Corona-Warnwerte. „Mich überrascht der noch immer anhaltende Fokus auf täglich aktualisierte Inzidenz- oder Hospitalisierungs-Zahlen. Kaum eine Arztpraxis würde Entscheidungen je nach Impfquote oder Inzidenzwert jeden Tag neu austarieren – auch, weil diese leider weiterhin sehr ungenau sind und wenig über die individuelle Situation vor Ort aussagen.“

Besagter Inzidenzwert liegt derzeit nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen bei 81,1. Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter dem RKI 6.325 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Im Vergleich zur vergangenen Woche sind diese Werte minimal gesunken: Da hatte die Zahl der Neuansteckungen bei 6.726 gelegen, der deutschlandweite Inzidenzwert bei 81,9.

dpa/ jb

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