Schuster: Gedenkstätte für Olympia-Attentatsopfer auch Mahnmal gegen den Terror

Die neue Gedenkstätte für die Opfer des Münchner Olympia-Attentats ist für den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, nicht nur eine Würdigung der israelischen Sportler, sondern auch eine Mahnung für die Gegenwart

Die neue Gedenkstätte für die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 in München ist für den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, nicht nur eine Würdigung des israelischen Sportlerteams. Der Gedenkort sei auch eine Mahnung für die Gegenwart, sagte Schuster am Samstag im Bayerischen Rundfunk. Er führe vor Augen, dass Menschen in der Lage seien, aus blankem Hass Unschuldige zu töten.

Die Gedenkstätte im Münchner Olympiapark wird am Mittwoch eingeweiht. Dazu werden unter anderem der israelische Präsident Reuven Rivlin und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet. Sie soll an die elf israelischen Sportler und Trainer erinnern, die bei der Geiselnahme durch ein palästinensisches Kommando vor 45 Jahren getötet wurden.

Mit Sorge beobachtet Schuster nach eigenen Angaben den zunehmenden Rechtspopulismus und Antisemitismus in Europa. Letzterer verstecke sich oft hinter einer Kritik an der israelischen Politik. Kritik sei durchaus legitim. Es sei aber nicht zulässig, ein ganzes Volk oder eine ganze Religionsgemeinschaft unter Generalverdacht zu stellen.

Schuster begrüßte, dass der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, zur Einweihung des Gedenkorts kommt, und dass sich das IOC finanziell daran beteiligt. 2012 hatte das IOC es noch abgelehnt, bei der Eröffnungsfeier der Spiele von London eine Schweigeminute für die Opfer von München abzuhalten.

Schuster nannte dies rückblickend "sehr schwer nachvollziehbar". Ein Gedenken zum 40. Jahrestag wäre damals "absolut angemessen gewesen".